Es hätte ein großes nordisches Skifest werden sollen - doch die Katerstimmung kam prompt. Das lag nicht nur daran, dass Österreichs Frauen bei der Weltcup-Premiere der nordischen Kombiniererinnen, für die der österreichische Skiverband, Ramsau und das Land Steiermark eingesprungen waren, um den Damen wenigstens einen gesicherten Bewerb vor der WM in Oberstdorf zu ermöglichen, verpassten, sondern auch daran, dass sich einer ihrer Landsmänner im provisorischen Wertungsdurchgang für den Bewerb der Herren am Samstag schwer verletzte. Für Franz-Josef Rehrl ist die Saison nach einem Unglück bei der Landung, als sich die Skier verschnitten, mit einem Kreuzbandriss damit auch schon vorbei, bevor sie noch so richtig begonnen hatte.

Im ersatzgeschwächten Team des ÖSV, in dem noch immer nicht fix ist, wann Ex-Weltmeister Bernhard Gruber nach seiner Herzoperation wieder auf die Schanze und in die Loipe zurückkehren kann, wird der Druck auf die Jungen à la Johannes Lamparter, der schon bei den ersten Bewerben in Ruka groß aufgezeigt hatte, damit umso größer. Am Samstag und Sonntag stehen in Ramsau zwei Bewerbe auf dem Programm, ehe es in die Weihnachtsferien geht.

Für die Kombiniererinnen ist das Gastspiel in der Steiermark nun auch schon wieder beendet - und für die Österreicherinnen ohne den erhofften Stockerlplatz. Immerhin gab es die Ränge fünf und sechs durch Sigrun Kleinrath und Lisa Hirner, die ÖSV-Athletinnen wiesen 1:12,6 beziehungsweise 1:25,8 Minuten Rückstand auf die US-Siegerin Tara Geraghty-Moats auf, die sich in der Loipe noch vom sechsten Platz ganz nach vorne kämpfte. Die weiteren Stockerlplätze gingen an Gyda Westvold Hansen aus Norwegen und Anju Nakamura aus Japan.

Trotz allem gab es dann auch Grund zur Freude bei den Österreicherinnen. Kleinrath berichtete von einem "super-lässigen" Bewerb, sie sei "überglücklich über Rang fünf". "Nicht ganz zufrieden" war Hirner, die sich mehr vorgenommen hatte. Es war eben nicht ganz einfach, dieses Skifest einzuschätzen.