Auch wenn die Ski-Welt erwartungsfroh hyperventilierte - am Ende kam diese Absage alles andere als überraschend und genauso, wie es vor einer Woche in der "Wiener Zeitung" prophezeit worden war: Marcel Hirscher wird im alpinen Ski-Weltcup definitiv kein Comeback geben. "Absolut keine Chance und keine Lust", betonte der 31-Jährige am Montagabend in "Sport und Talk aus dem Hangar-7" auf Servus-TV. Der achtfache Gesamtweltcupsieger hatte zuletzt durch die Absolvierung eines Stangentrainings im Rennanzug auf der Reiteralm samt gepostetem Video in den sozialen Medien für zahlreiche Spekulationen gesorgt. "Es war mir nie bewusst, dass es so aufgegriffen wird", sagte Hirscher verschmitzt.

Der Hintergedanke sei gewesen, einfach wieder einmal richtig Skifahren - also unter Rennbedingungen - zu gehen. "Bei dem Video war wirklich die Motivation, wieder das zu machen, was ich am besten kann, das hat mir auch Mega-Spaß gemacht", erzählte der Doppel-Olympiasieger von 2018. Trotz mehr als einjähriger Pause seit seinem Rücktritt im September 2019 hatte er einen guten Eindruck hinterlassen. "Es ist gespeichert, ich kann es schnell wieder abrufen", meinte der Salzburger, der beim Riesentorlauf zeitlich mit den aktiven Kollegen durchaus mithalten konnte.

"Bin Sonnenskifahrer"

Hirscher betonte aber auch, froh zu sein, nicht wieder Tag für Tag in den regelmäßigen Abläufen eines Profisportlers gefangen zu sein. Vielmehr genieße er es, sich nun die Skitage aussuchen zu können. "Ich bin mittlerweile zum Sonnenskifahrer geworden. Das Coole ist, ich suche mir jetzt die schönen Tage aus", so der Lammertaler. Auch in Zukunft wird man ihn deshalb auch das eine oder andere Mal wieder in einem Rennanzug zu Gesicht bekommen. "Ich werde öfter heuer ‚Stangerl‘ fahren, warum sollte ich das auch nicht machen? Es macht einfach Spaß", so Hirscher. Aber auch am Rande von Weltcuprennen - sobald wieder Zuschauer zugelassen sind - will sich der Skistar a. D. bald zeigen.

Noch mehr Zeit verbringt Hirscher in seiner Freizeit aber auf dem Motorrad. "Ich habe eine richtige Leidenschaft und Begeisterung entwickelt für das Motorradfahren", verlautete der Familienvater. Unterwegs ist er dabei immer wieder gerne offroad mit Österreichs Motorrad-Ass und Dakar-Sieger Matthias Walkner.(may/apa)