Die Vierschanzentournee der Skispringer hat ihren ersten Corona-Fall. Der Pole Klemens Muranka wurde bei der Serientestung in Oberstdorf am Sonntag positiv auf das Virus getestet, wie er selbst in den sozialen Medien bestätigte. "Es tut mir leid, aber es ist passiert ... Ich bin positiv und bisher ohne Symptome", schrieb der 26-Jährige auf Instagram. Als Favorit in die heute mit der Qualifikation in Oberstdorf beginnende Tournee geht der Norweger Halvor Granerud, die Österreicher sind nur Außenseiter.

Die Polen, die immerhin den Titelverteidiger Dawid Kubacki sowie den Olympiasieger Kamil Stoch gestellt hätten sind unterdessen zumindest beim Auftakt nicht dabei. Dies hatten die Behörden beschlossen. "Wir bedauern diese Entscheidung sehr, doch zum Schutz aller anderen Athleten blieb dem Gesundheitsamt keine andere Wahl. Auf Beschluss der Behörde können wir das polnische Team nicht in Oberstdorf starten lassen", sagt Florian Stern, Generalsekretär beim Auftaktspringen in Oberstdorf. Noch abzuwarten bleiben die Quarantänemaßnahmen für die Delegation, dafür warte man weitere Tests ab. Theoretisch besteht die Chance, dass die verbliebene Mannschaft zu einem späteren Zeitpunkt einsteigen kann.
Kurz davor hatte Polens Sportdirektor, der ehemalige Skispringer Adam Malysz, erklärt: "Noch vor zwei Tagen hatten wir einen Test, dort waren alle Ergebnisse negativ. Es ist seltsam."

Im ersten Saisondrittel hatte es im Skisprung-Weltcup schon einige Corona-Fälle gegeben. Vor allem das österreichische Team mit u.a. Stefan Kraft, Michael Hayböck und Chefcoach Andreas Widhölzl hatte es erwischt, bei den Deutschen Skiflug-Weltmeister Karl Geiger.

"Tun alles, dass die Negativen negativ bleiben"

Vor seiner ersten Tournee als Cheftrainer war Widhölzl daher vor allem einmal froh, dass er überhaupt auf das stärkste Team zurückgreifen kann. "Es war doch eine Krankheit, und es ist nicht so selbstverständlich, dass alles so positiv ausgeht. Wir sind sehr glücklich, dass alle wieder da sind und ich freue mich irrsinnig auf die Tournee. Ich traue jedem sehr viel zu", sagte Widhölzl, der selbst nicht nur Corona-positiv war, sondern auch Symptome gezeigt hat.

Eine der Maßnahmen, um noch ein bisschen sicherer zu sein, ist im ÖSV-Team nun schon seit der Skiflug-WM in Planica das Einzelzimmer. "Wir haben im Vorfeld schon sehr vorsichtig agiert und sehr viel getestet, aber man muss sich bewusst sein, dass immer etwas passieren kann. Auch wenn man sehr genau ist", sagte der Ex-Weltklasse-Springer. Man halte sich an alle Bestimmungen. "Wir hocken auch beim Essen mit Maske da und tun das Mögliche, dass die Negativen auch negativ bleiben." (apa/red)

Hinweis der Redaktion: Der Artikel wurde nach dem Rückzug der polnischen Mannschaft aktualisiert.