Skirennläuferin Katharina Liensberger haben am Dienstagabend nur 0,11 Hundertstelsekunden auf ihren ersten Weltcup-Sieg gefehlt. Die Vorarlbergerin musste sich im Flutlicht-Slalom in Semmering nur der Schweizerin Michelle Gisin geschlagen geben, Dritte wurde die zur Halbzeit führende US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin. Katharina Truppe belegte den sechsten Platz, mit der Zehnten Katharina Huber landete noch eine weitere ÖSV-Athletin in den Top Ten.

Für Liensberger war es der sechste Weltcup-Podestplatz in ihrer Karriere, Zweite war sie zuvor aber noch nie gewesen. In der laufenden Saison stand sie bereits zweimal als Dritte beim Slalom-Doppel in Levi auf dem Podium. "Es ist zwar kein erster Platz, aber es fühlt sich so an. Ich bin so happy mit dem zweiten Durchgang", sagte die 23-Jährige im ORF-Interview.

Nach Platz drei im ersten Durchgang finalisierte Liensberger mit der Laufbestzeit in Teil zwei vor Gisin. "Es war nicht einfach, es waren doch schon Spuren (auf der Piste). Man hat wirklich ans Limit gehen müssen. Die Gisin hat das super gemacht - Gratulation von mir."

Ein Stück Schweizer Skigeschichte

Die Angesprochene holte nicht nur ihren ersten Weltcup-Sieg, sondern schrieb auch ein Stück Schweizer Skigeschichte. Bisher letzte Schweizer Slalom-Siegerin im Weltcup war Marlies Öster, die am 20. Jänner 2002 in Berchtesgaden gewonnen hatte. "Jetzt werden wir nicht mehr darauf angesprochen", meinte die 27-Jährige in ihrer ersten Reaktion. "Ein absolut perfekter Tag - es gibt nicht viel mehr dazu zu sagen."

Sechs ÖSV-Damen waren im Finale dabei - und damit mehr als Athletinnen einer anderen Nation. Chiara Mair kam auf den 12. Rang, Katharina Gallhuber verpatzte ihren zweiten Lauf und wurde nur 26. Die nach dem ersten Durchgang siebentgereihte Franziska Gritsch rutschte in der Entscheidung nach wenigen Toren und einem Innenski-Fehler vom Kurs. (apa)