Die Coronavirus-Mutation B.1.1.7. hat sich auch zum Schreckgespenst der Sportwelt entwickelt – insbesondere des alpinen Skizirkus’, der unmittelbar vor seinen Saisonhöhepunkten steht: Nachdem diese britische Variante von Sars-CoV-2 nach seiner offenbar ungebremsten Ausbreitung in der Schweiz am Montag für die überstürzte Absage der Lauberhornrennen gesorgt hatte, hat es am Mittwoch auch den eilig herbeigezauberten Ersatzort für beide Veranstaltungen – nämlich Kitzbühel – erwischt. Wegen Ausbreitung der Virusmutation in Tirol wurde der für das kommende Wochenende geplante Doppelslalom abgesagt. Es könnte aber noch schlimmer kommen: Denn ob das eigentliche Hahnenkamm-Rennwochenende (22.-24. Jänner) mit Doppelabfahrt (Freitag, Samstag) und Super G (Sonntag) über die Bühne gehen kann, ist völlig ungewiss.

Auslöser für die Absage war der Corona-Cluster mit möglichen 17 Fällen der um rund 50 Prozent ansteckenderen britischen Mutation im nur zehn Kilometer entfernten Jochberg. Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) verkündete die Absage am Mittwoch bei einer Pressekonferenz nach einer Regierungsklausur. Obwohl der Skizirkus in einer abgeschotteten Blase lebt und bekanntlich keine Fans zugelassen sind, erfolge die Entscheidung aus Sicherheitsgründen – auch in Abstimmung mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP).

Kein Klassiker am Ganslern

Um die 81. Hahnenkammrennen zu retten, gibt es nun folgende Strategie: Laut Platter sollen im gesamten Bezirk Kitzbühel massenhaft und freiwillig PCR-Tests durchgeführt werden; treten dabei keine "Auffälligkeiten" bezüglich der Mutation auf, könne die wichtigste Weltcupveranstaltung wie ursprünglich geplant stattfinden. In Kitzbühel selbst gibt es aktuell zehn Infizierte, in Jochberg verzeichnete man insgesamt 24 aktive Infizierte (inklusive der 17 Fälle der britischen Mutation).

Wie schon am Montag wurde kurz nach Absage der Rennen ein Ersatzort präsentiert – der Salzburger Skiort Flachau übernimmt den am Ganslernhang geplanten Doppelslalom. Damit fällt heuer der Slalom-Klassiker in Kitzbühel komplett aus, im Heimatort von Hermann Maier wartet indes eine rennfertige Piste vom Damen-Nachtslalom Dienstagabend.

"Wir hätten uns natürlich sehr gefreut, diese zusätzlich von der FIS erhaltenen Slaloms in Kitzbühel durchzuführen, doch oberste Priorität hat immer die Gesundheit aller Beteiligten und natürlich die sichere Durchführung der Veranstaltungen", sagte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. "Nach unseren derzeitigen Informationen ist kein erhöhtes Risiko in der Region gegeben", sagte der Tiroler über die Lage in Kitzbühel.