Was Ganslernhang und Planai den männlichen Slalomartisten sind, das ist der Nachtslalom in Flachau für die Damen: nicht nur ein immenser Prestigetitel, sondern auch ein ordentlicher Gewinn für die Geldbörse. Denn die alljährliche Siegerin auf der Hermann-Maier-Strecke darf sich nicht nur mit dem Titel "Snow Space Salzburg Princess" schmücken, sondern bekommt auch den fettesten Siegerscheck in der gesamten Weltcupsaison überreicht. Am Dienstagabend war dies bekanntlich die US-Amerikaner Mikaela Shiffrin, die für ihren vierten Erfolg am Grießenkar 58.000 Euro erhielt. Das Pikante daran: Dieses Preisgeld ist höher, als der Sieger des für Samstag geplanten Männerrennens in Flachau bekommen wird. Tatsächlich ein ziemlich singuläres Ereignis im Skizirkus.

Dabei carvten Shiffrin, Katharina Liensberger und Co. vor einem Jahr sogar noch um wesentlich mehr Flocken: 2020 wurde in Flachau nämlich ein absolutes Rekord-Preisgeld in Höhe von insgesamt 174.000 Euro ausgeschüttet - und zwar aufgeteilt auf alle Punkteränge (also 1 bis 30). In der publikumslosen Corona-Saison mussten die Veranstalter aber heuer etwas abspecken und konnten den Nachtslalom nur noch mit 145.000 Euro dotieren.

Das ist aber immer noch um rund 35.000 Euro mehr, als die Slalomfahrer am Samstag (9.30/12.30 Uhr) beim ersten der beiden nach Flachau verlegten Torläufe lukrieren werden. Da es sich hierbei "nur" um den Ersatzslalom von Wengen handelt, wird das von der FIS vorgeschriebene Mindestpreisgeld von 120.000 Schweizer Franken (110.987,79 Euro) verteilt. Detail am Rande: Am Lauberhorn hätte es auch nicht mehr gegeben, denn die bekannt sparsamen Schweizer schütten selbst bei ihrem Traditionsrennen stets nur die Minimalsumme aus. Anders die Situation dann übrigens beim Sonntag-Slalom in Flachau, der ja das Ersatzrennen für den Ganslern-Torlauf ist: Hier hat der ÖSV als Veranstalter nachgebessert, sodass sich die besten 30 klassierten Fahrer 150.000 Euro statt des Mindestpreisgeldes teilen dürfen. Also knapp mehr, als die Frauen bekommen haben.

Kein Vergleich freilich zu Kitzbühel, wo alljährlich das höchste Preisgeld im Weltcup ausgeschüttet wird. 600.000 Euro sind normalerweise bei den Hahnenkammrennen vorgesehen - jeweils 220.000 Euro für Abfahrt und Slalom sowie 160.000 Euro für den Super G.

Dass die Damen in Flachau für ihr Nachtrennen mehr bekommen als die Herren für ihren Slalom bei Taglicht, ergibt sich freilich auch aus den TV-Quoten: Mit 1,15 Millionen Zusehern auf ORF 1 gab es am Dienstagabend im Finale eine starke Quote, die wohl nun von den Männern nicht getoppt werden kann. Mit dem Ski-Quoten-Highlight Schladminger Nachtslalom - zuletzt 1,71 Millionen Zuschauer - können die Damen aber nicht mithalten.

Entwarnung für Kitzbühel

Was die Ausbreitung der Coronavirus-Mutation betrifft, die ja der Grund für die Verlegung der beiden Slaloms war, gibt es indes vorsichtige Entwarnung: Im Kitzbühel-Nachbarort Jochberg, wo ein mutmaßlicher Cluster entstanden sein soll, waren von rund 1.000 durchgeführten PCR-Tests lediglich vier positiv. Bleiben diese Zahlen so niedrig, kann an den Hahnkammrennen (22.-24. Jänner) mit Doppelabfahrt und SuperG festgehalten werden.