Er sei nach den beiden Abfahrten am Freitag und Sonntag etwas mit der "Wut im Bauch" gefahren, sagte Vincent Kriechmayr nach dem Super G in Kitzbühel am Montag - und das war offenbar das richtige Rezept. Denn im letzten Rennen im Ski-Mekka holte der Oberösterreicher den Sieg vor dem Schweizer Marco Odermatt sowie seinem Landsmann Matthias Mayer.

Hatte der Kärntner schon in den Abfahrten seine starke Form unter Beweis gestellt, war Kriechmayr mit dem Verlauf des Wochenendes nicht wirklich zufrieden gewesen. Platz neun am Freitag war der 17. Rang am Sonntag gefolgt - wobei er noch Glück hatte, weil er eine Torstange mitgerissen hatte und dabei die eine oder andere Schecksekunde überstanden hatte.

Diesmal aber lief es für den 29-Jährigen nach Wunsch. Doch auch die Leistungen der anderen Österreicher lassen für die kommenden Rennen beziehungsweise die darauffolgende WM in Cortina einiges erhoffen. Neben Kriechmayr und Mayer klassierten sich auch Christian Walder als Fünfter sowie Stefan Babinsky als Siebenter - sein bisher bestes Weltcup-Ergebnis - in den Top Ten. Beat Feuz, Double-Sieger in den Abfahrten, schied diesmal ebenso aus wie der nicht in Topform befindliche Norweger Kjetil Jansrud.

Für Kriechmayr war es der siebente Weltcup-Erfolg, der fünfte in einem Super G. "Es war eine gute Fahrt, nicht fehlerfrei, aber ziemlich am Limit", sagte der Sieger. "Ich wollte ihn kompromisslos hinunterlassen. Scheinbar ist mir das gut gelungen." Zuletzt hatte er am Ende der vergangenen, wegen Corona vorzeitig abgebrochenen Saison in Hinterstoder einen Super-G-Heimsieg gelandet. Der vierte Sieger im vierten Saison-Super-G war vorher fix, da die anderen drei Gewinner verletzt fehlten. (art)