Die Entscheidung um die Slalomkugel der Herren ist bis nach der WM vertagt. Marco Schwarz fiel am Sonntag auf immer schlechter werdender Piste im zweiten Weltcup-Slalom der alpinen Ski-Herren in Chamonix vom dritten Halbzeitrang auf Platz sechs zurück. Der Sieg ging an den Norweger Henrik Kristoffersen, der sich 0,28 Sekunden vor dem Schweizer Ramon Zenhäusern und 0,66 vor dessen Landsmann Sandro Simonet durchsetzte. Der Kärntner Adrian Pertl wurde Vierter.

Schwarz hat vor den noch ausstehenden zwei Torläufen in Kranjska Gora und Lenzerheide 146 Punkte Vorsprung auf Zenhäusern, der mit toller Fahrt noch viel Boden gut machte und sich um neun Plätze nach vor auf das Podest hievte. Simonet nützte die Startnummer eins im Finale und raste mit Laufbestzeit von 30 auf 3.

Schwarz machte im Vergleich zu anderen nach dem ersten Durchgang ganz vorne platzierten Läufern seine Sache gut, für das Podest reichte es aber nicht mehr. "Ich muss das annehmen, das passt schon. Es war eine brutale Lett'n zum Fahren, teils habe ich es gut getroffen. Hut ab vor Kristoffersen. Und ich freue mich brutal für Adi, den vierten Platz vergönne ich ihm vom Herzen." Der Fokus liege nun auf der WM, was die Entscheidung um den Disziplinweltcup betreffe, lasse er das auf sich zukommen.

Für die Topleistung des Tages sorgte Kristoffersen, der zuletzt auf eisigen Verhältnissen überhaupt nicht zurechtgekommen war. Ungeachtet der matschigen Piste und vielen Spuren verteidigte er die Halbzeitführung mit der sechsten Laufzeit erfolgreich. "So schwierig war es nicht, es war bissl unruhig. Ich bin sehr zufrieden. Ich habe leider derzeit kein Material, das auf Eis gut funktioniert, aber wir arbeiten daran", meinte er nach dem zweiten Saisonsieg nach Madonna und 23. Weltcuperfolg seiner Karriere.

Adrian Pertl steigerte sich von 25 auf 4. "Oben ein kleiner Fehler, herunten ein kleiner Fehler. Ich habe nicht mehr gedacht, dass es noch so weit nach vorne geht. Ich freue mich, aber ich muss sagen, ganz fair war es nicht mehr. Die sind alle gut gefahren, aber da war nicht mehr möglich. Ich hatte Glück und nehme den vierten Platz gerne mit."

Nach zwei Ausfällen wieder eine Zielankunft fixierte Manuel Feller (11.). "Es war schon sehr schwierig mit der Piste, Ramon hat einen sehr guten Lauf gezeigt, er hat sich auf diesen Bedingungen immer schon gut zurechtgefunden", sagte der Tiroler. Michael Matt konnte an den fünften Rang des Vortages nicht anschließen (16.). Fabio Gstein fiel von 5 auf 26 zurück.

Für das WM-Slalomteam heißt das wohl, dass neben den Fixstartern Schwarz, Feller und Matt nun Gstrein und Pertl um den vierten Startplatz rittern. Pertl wird als Vierter des Parallelbewerbs in Lech/Zürs wohl in dieser Disziplin dabei sein, womit fünf Slalomfahrer im Aufgebot stehen dürften und möglicherweise erst vor Ort entschieden wird.

Marc Digruber, Christian Hirschbühl und Johannes Strolz verpassten die Qualifikation für den zweiten Durchgang und sind damit endgültig aus dem Rennen um einen Startplatz für die WM. Sie hätten sich schon mit einem Podestplatz aufdrängen müssen.

Zweiter Garmisch-Super-G wegen Nebels erst am Montag

Der zweite Damen-Super-G im alpinen Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen in dieser Saison soll am Montag stattfinden. Eine Nebelbank im unteren Teil der Kandahar-Piste verhinderte am Sonntag die Durchführung des Rennens. Von 11.00 Uhr wurde die Startzeit zunächst um halbe Stunde, dann auf 13.30 Uhr nach hinten verlegt. Kurz nach 13.00 Uhr entschied die Jury mit dem lokalen Organisationskomitee jedoch, das Rennen um einen Tag zu verschieben.

"Nach dem Eishang sieht man einfach nichts, das wäre einfach viel zu gefährlich", meinte der aus Garmisch stammende Ex-Rennläufer und TV-Experte Felix Neureuther am Vormittag im ORF-Fernsehen. Die Piste sei trotz der hohen Temperaturen und des Niederschlags in den vergangenen Tagen in einem Top-Zustand, doch dass der Nebel abzieht, "das wird schon sehr, sehr schwierig werden". Damit sollte Neureuther recht behalten.

Am Vortag hatte die Schweizerin Lara Gut-Behrami den ersten Super-G gewonnen, sie strebt nun am Montag den vierten Sieg in Folge in dieser Disziplin an. Die Tessinerin hat nicht nur die Chance auf ihren 30. Weltcup-Sieg, sie könnte theoretisch auch den Gewinn der Super-G-Wertung vorzeitig sicherstellen. Beste Österreicherin war am Samstag die Vorarlbergerin Christine Scheyer als Fünfte.(apa)