Nach dreißig Stunden glaube ich, dass ich keine Tränen mehr übrig habe, aber der entsetzliche Schmerz und der Kummer bleiben in mir, stark, sehr stark, zusammen mit einem Herz, das sich windet und geräuschlos schreit und brüllt." - mit einem emotionalen Instagram hat sich Sofia Goggia an ihre Fans gewandt.

Die Italienerin wäre eine der Topfavoritinnen bei den am Montag beginnenden Ski-Weltmeisterschaften in Cortina gewesen, hätte nicht ein Sturz auf einer Touristenpiste in Garmisch ihren Schienbeinkopf und damit die Träume von Gold bei den Heim-Titelkämpfen zerschmettert.

"Bis dahin waren die Weltmeisterschaften fest im Blick: Ich fühle mich wie erschlagen." Nun, es wird für Goggia ein schwacher Trost sein, dass sie nicht alleine ist. Denn während einige prominente Fahrer in den letzten Rennen vor der WM - die Herren bestreiten am Freitag und Samstag noch je einen Super G und eine Abfahrt in Garmisch - noch um ihren Platz kämpfen müssen, in den anderen Disziplinen noch die Trainerköpfe rauchen - im Slalom haben Österreichs Chefcoach Andreas Puelacher und sein Team die Qual der Wahl aus einer insgesamt starken ÖSV-Mannschaft -, haben Verletzte wie Goggia verletzungsbedingt gar keine Chance mehr, ihr Last-Minute-Ticket zu buchen.

Im ÖSV-Team ist Nina Ortlieb eine von mehreren Verletzten. - © apa / Helmut Fohringer
Im ÖSV-Team ist Nina Ortlieb eine von mehreren Verletzten. - © apa / Helmut Fohringer

Dazu gehört beispielsweise auch Aleksander Aamodt Kilde, der Gesamtweltcup-Sieger der Vorsaison. Der Norweger laboriert an einem Kreuzbandriss im rechten Knie. Aus dem norwegischen Team verpassen auch zwei Technik-Jungstars den Höhepunkt des Winters: Sölden-Sieger Lucas Braathen erlitt in Adelboden eine Seitenbandverletzung im linken Knie und musste operiert werden. Bei Atle Lie McGrath wurde, ebenfalls nach einem Sturz im Adelboden-Riesentorlauf, eine Bänderdehnung in Knie diagnostiziert, die eine mehrwöchige Pause erfordert.

Auch Gesamtweltcupsieger Aleksander Aamodt Kilde ist nicht bei der WM dabei. - © afp / Fabrice Coffrini
Auch Gesamtweltcupsieger Aleksander Aamodt Kilde ist nicht bei der WM dabei. - © afp / Fabrice Coffrini

Und wäre das nicht schon genug, stürzte einen Tag später am Chuenisbärgli auch der US-Amerikaner Tommy Ford heftig. Er riss sich mehrere Bänder in Knie und Hand und zog sich gleichzeitig Kopf- und Nackenverletzungen zu. Dezimiert gehen - wieder einmal - auch die ÖSV-Damen in eine WM, ebenso wie die Schweizer Herren, unter anderem mit dem Aus von Urs Kryenbühl nach seinem Kitzbühel-Sturz. Die Tränen der Sofia Goggia wird das freilich nicht trocknen. Da ist es vielleicht ganz gut, dass sie keine mehr übrig hat. (art/apa)