Es sind die letzten Rennen vor den Ski-Weltmeisterschaften in Cortina, die letzten Chancen, sich also noch eine gute Position im Kampf um die Startpätze zu sichern. Max Franz tat dies zumindest am Donnerstag in eindrucksvoller Manier, er erzielte die Bestzeit im Training für die Abfahrt am Freitag (11.30 Uhr). Am Samstag folgt noch ein Super G.

Franz meisterte die verkürzte Kandahar in 1:34,98 Minuten und lag 0,29 Sekunden vor dem Deutschen Josef Ferstl beziehungsweise 0,63 vor Dominik Paris. Doppel-Olympiasieger Matthias Mayer war zweitbester ÖSV-Mann als Fünfter.

Die Strecke wurde nicht etwa wegen Pistenproblemen, sondern wegen Covid-Maßnahmen verkürzt. Im ursprünglichen Startbereich war es so eng, dass man den Start kurzerhand um rund 20 Fahrsekunden weiter nach unten verlegt hat. Damit sollte der nötige Sicherheitsabstand gewährleistet werden. Bei sehr warmen Temperaturen ist es den Organisatoren mit viel Salz gelungen, die Piste vorerst zu halten. Wegen der Wetterlage wurde nun aber das Speed-Programm in Garmisch gedreht. Um die Pistenverhältnisse der Abfahrt aufrechtzuerhalten, geht nun diese schon am Freitag in Szene, der Super-G wurde auf Samstag verschoben.

Sowohl in der Abfahrt als auch im Super-G geht es im rot-weiß-roten Team um den vierten WM-Startplatz: Mayer und Vincent Kriechmayr sind in beiden Disziplinen quasi fix, Otmar Striedinger in der Abfahrt, Christian Walder im Super G so gut wie. Grundsätzlich ist aber geplant, je nach Quote, auch mehr Leute mitzunehmen, und eventuell auch eine Abfahrts-Qualifikation vor Ort zu fahren.

"Der Knopf muss aufgehen"

Franz ist einer der Kandidaten. "Im Training war kein massiver Bock dabei, das tut auf jeden Fall einmal gut. Hoffentlich hält die Piste die nächsten zwei Tage auch noch", sagte der Tages-Schnellste. Er hofft auf seine WM-Chance: "Bei den letzten Rennen waren immer schwere Fehler dabei, aber auf dem Papier muss das Ergebnis mal stehen. Ich fühle mich wohl, der Knopf muss aufgehen." Doppel-Olympiasieger Mayer sprach von einem "interessanten Hang, schlagig, schlechte Sicht, schwierig zu fahren". "Die Temperaturen sind natürlich extrem warm, dementsprechend ist auch die Piste. Man hat schon letztes Wochenende bei den Damen gesehen, dass es sehr schwer war, da überhaupt ein Rennen durchzuführen."

Kriechmayr freute sich, dass es noch eine Chance auf ein Rennen vor der WM gibt. Die Verkürzung mache das Rennen aber zu einem anderen. "Das Konditionelle wird nicht mehr das Problem sein. Es war die richtige Entscheidung, die Abfahrt vorzuverlegen", meinte er. Team-"Oldie" Hannes Reichelt, am Donnerstag mit 2,24 Sekunden Verspätung nur 21., zeigte sich über den Rückstand nicht verwundert und blickte voraus. Auch er hat die WM-Qualifikation noch als Ziel, aber nur - aber nur, wenn er auch eine richtig gute Leistung bringe. "Nur mit Müh und Not qualifizieren ist natürlich nicht mein Ziel. Sonst will ich eh nicht zu einer WM fahren", sagte er.(red./apa)