Es wird eine WM, wie es sie noch nie gegeben hat - und, hoffentlich zumindest, nie wieder geben wird. Keine Zuschauer, keine ausgelassenen Feiern, aber immerhin, so viel dürfte sicher sein, Spitzen-Ski-Sport. Mit der Kombination der Damen beginnt am Montag in Cortina d’Ampezzo ein knapp zweiwöchiges Spektakel, bei dem - auch das ist gleich geblieben - Medaillenchancen für Österreich in vielen Bewerben gegeben ist, auch wenn in Marcel Hirscher der Goldhamster der vergangenen Jahre nach seinem Karriereende fehlt.

"Außer im Riesentorlauf, da haben wir Probleme, aber in allen anderen Disziplinen haben wir gute Chancen", sagt Österreichs Verbandschef Peter Schröcksnadel. Sein Wunsch: "Sechs bis acht Medaillen."

Keine Zahl nennen will Andreas Puelacher. "Eine WM kann gut laufen, kann aber auch schlecht laufen. Aber wir sind in jeder Disziplin bis auf Riesentorlauf bei den Podestplätzen dabei", sagt der Herren-Rennsportleiter im Gespräch mit der Austria Presse-Agentur. Und er fügt hinzu: "Wir können Gold gewinnen. Wir haben die Siegläufer."

Vincent Kriechmayr, Matthias Mayer, Manuel Feller und Marco Schwarz haben in diesem Weltcup-Winter bereits Rennen gewonnen, bei der Super-G-Generalprobe in Garmisch gab es einen Doppelschlag durch Vincent Kriechmayr und Matthias Mayer. Für WM-Gold "muss aber alles passen. Wetter, Piste, und du brauchst ein bisschen Glück auch."

Paris mit Erfolg zur Heim-WM

In der letzten Abfahrt vor der WM hat dieses ein bisschen gefehlt, dennoch gab es wohl kaum jemanden, der Dominik Paris den Sieg in Garmisch am Freitag missgönnte. Dem Südtiroler ist kurz vor der Heim-WM sein Comebackerfolg nach dem vor einem Jahr erlittenen Kreuzbandriss gelungen. Paris setzte sich in Garmisch-Partenkirchen 0,37 Sekunden vor Kitzbühel-Doppelsieger Beat Feuz aus der Schweiz und 0,40 vor dem Kärntner Matthias Mayer durch.

Dessen näherer Landsmann Max Franz verpasste als Vierter das Podest nur um zwei Hundertstelsekunden, empfahl sich aber für einen WM-Startplatz. In Garmisch wird am Samstag (11.30 Uhr) auch noch ein Super G ausgetragen, spätestens danach sind alle Augen Richtung Cortina gerichtet. Das Rennen in Garmisch dürfte auch direkte Aufschlüsse für den ersten WM-Bewerb der Männer geben, stehen doch nach der Damen-Kombination am Montag die Super-G-Bewerbe für beide Geschlechter auf dem Programm.

Dass Paris gestärkt in die Heimrennen gehen würde, hatte Mayer indessen schon geahnt. "Ich habe mir schon gedacht, dass er voll auf Angriff fahren wird", sagte der Kärntner nach der Abfahrt am Freitag. "Das habe ich mir eigentlich auch vorgenommen. Nur in der ,Hölle‘ bin ich ein bisschen von der Linie abgekommen." Die Hölle liegt nun immerhin hinter ihm. Der Himmel von Cortina kann kommen.(art/apa)

Hinweis der Redaktion: Der Artikel wurde nach dem Super G am 6. Februar aktualisiert.