Mit Gold im Super G hat Vincent Kriechmayr schon im ersten WM-Rennen den Druck auf das österreichische Skiteam abfallen lassen. In der Abfahrt können er, Matthias Mayer und Co - fixiert wurde die Aufstellung von den Trainern am Freitag noch nicht, diese beiden sind aber Fixstarter, auch Max Franz dürfte seinen Platz haben - nun nachlegen. "Aber egal, was kommt, ich werde aus Cortina mit einem Lachen rausgehen", sagt Kriechmayr, bevor der absolute Höhepunkt für die Speed-Fahrer am Sonntag (11 Uhr) überhaupt erst kommt.

Das erste Training am Freitag hat keine wirklichen Rückschlüsse zugelassen, die extrem drehende, Super-G- beziehungsweise in manchen Passagen sogar Riesentorlauf-ähnliche Kurssetzung hat die Gemüter erregt. Etliche Fahrer wie der Trainingsschnellste Dominik Paris ließen Tore aus und mokierten sich über die Kurssetzung - die nun aber noch geändert werden soll. Man habe bewusst Vorsicht walten lassen, um ein allzu hohes Tempo und somit Stürze zu vermeiden, erklärten die Organisatoren. "Unsere Philosophie war, einen sehr sicheren Weg zu wählen. Das war der Plan. Es war schwer einzuschätzen. Wir werden ein paar Tore öffnen, morgen wird es perfekt sein und mehr Spaß machen", versprach FIS-Chef-Renndirektor Markus Waldner.

Mayer wiederum nahm die Kurssetzer rund um den österreichischen Ex-Weltmeister Hannes Trinkl in Schutz. "Es ist zum Draufeinstellen, aber es wird ja noch umgesetzt. Wir haben mittlerweile einen Athletengruppe, da war gestern die Diskussion von den Amerikanern, dass sie es langsam setzen sollen über den Sprung, genau das ist heute passiert", erzählte der zweifache Olympiasieger.

So oder so, dass sich die starken Fahrer durchsetzen, hat sich auch im Super G - bei dem es ähnliche Diskussionen gegeben hat - gezeigt. Mit Kriechmayr und Lara Gut-Behrami bei den Damen gab es in der Auftaktdisziplin Favoritensiege. In der Abfahrt ist die Ausgangslage schon etwas komplexer; vor allem bei den Damen nach dem Ausfall der heuer dominierenden Italienerin Sofia Goggia alles offen.

Anlass für Hoffnung für die Österreicherinnen gaben aber die Trainingsfahrten am Freitag, in denen Tamara Tippler und Mirjam Puchner ebenso wie Gut-Behrami in beiden Läufen unter die Top Drei fuhren. Stark waren auch Ramona Siebenhofer als Vierte und Christine Scheyer als Neunte im zweiten - längeren - Training. Dieses Quartett wird am Samstag für Österreich auf Medaillenjagd gehen. Tippler meinte nach der Enttäuschung aus dem Super G, als sie als Edelmetall-Anwärterin nur auf dem siebenten Platz landete, sie "gebe nicht auf" und sei "immer noch bei den Schnelleren dabei"; Siebenhofer hat 2018/19 in Cortina ihre bisher einzigen beiden Weltcupsiege gefeiert. "Alte Liebe rostet nicht", meinte sie.

Einmal hat auch sie Cortina schon mit einem Lachen verlassen.(art/apa)