Am Dienstag (Qualifikation 9 Uhr/Finale 14 Uhr) kommt es in Cortina zu einer Premiere in der Geschichte der Ski-WM. Erstmals kommt das im Weltcup längst erprobte Parallel-Format zur Austragung, zudem sind erstmals eine Damen- und eine Herren-Einzel-Entscheidung zu einem Event verzahnt. Für Österreich starten Stephanie Brunner, Franziska Gritsch, Katharina Liensberger, Ramona Siebenhofer sowie Marco Schwarz, Adrian Pertl, Fabio Gstrein und Roland Leitinger.

Bei den Herren kommt vor allem Schwarz in den nächsten Tagen heftig dran. Er bestritt am Montag die Kombination, der Team-Event am Mittwoch ist wohl zwecks Schonung kein Thema für ihn, dafür aber sind Riesentorlauf und Slalom fix. Auch auf die übrigen Techniker Gstrein, Pertl und Leitinger warten mehrere Einsätze. "Ich freue mich schon auf den Bewerb. Parallel-Riesentorlauf mag ich recht gern", sagte Gstrein, der im Vorjahr in Chamonix Neunter wurde. Mit Pertl trainierte er am Weißensee, auch der Kärntner meldete sich vor seinem ersten WM-Einsatz gesund und fit. "Leichte Anspannung ist da, aber die Freude überwiegt das", berichtete Pertl, der in Lech/Zürs im November 2020 als Vierter das Stockerl nur knapp verpasst hatte. Leitinger war nach einem Parallel-Riesentorlauf im Dezember 2019 in Alta Badia als Dritter das bisher einzige Mal bei einer Siegerehrung im Weltcup dabei. "Es wird natürlich ein harter Kampf", meinte der Salzburger.

Kein Freund des Bewerbs ist ÖSV-Herrenchef Andreas Puelacher. Als "Lückenbüßer", titulierte er Parallelrennen jüngst im "Kurier"-Interview. "Der Parallelslalom hat nichts gebracht, die City-Events auch nicht - ich glaube nicht, dass wir das brauchen", äußerte er sich kritisch zum Hin und Her des Weltverbands FIS bezüglich Modus und Format in der jüngeren Vergangenheit.

Bei den Damen trägt vor allem Liensberger die rot-weiß-roten Hoffnungen auf die erste WM-Medaille. Ob die Top-Slalomfahrerin den Team-Bewerb am Mittwoch zugunsten des Spezialtorlaufs am Samstag auslässt, wird diskutiert: "Oft ist es gar kein Nachteil, wenn man die Starts einmal hat und dann nicht nur auf den Spezialbewerb hinfiebert", meinte Damen-Rennsportleiter Christian Mitter.

Die jeweils 16 besten Läufer der Qualifikation sind am Dienstag in der Entscheidung dabei: Im Finale gibt es jeweils zwei Läufe pro Duell, jeder Athlet fährt einen roten und einen blauen Kurs ab. Der Torabstand beträgt zwischen 16 und 20 Meter, gefahren wird mit Riesentorlauf-Skiern.