Die Sensation war zum Greifen nahe, es waren nicht Meter und Sekunden, die ausschlaggebend waren, sondern wenige Millimeter. Diese fehlten Österreichs Top-Biathletin Lisa Hauser im letzten Stehend-Schießen im 15-Kilometer-Einzelbewerb bei der WM in Pokljuka auf Gold, mit zwei Fehlschüssen zum Schluss kämpfte sich die 27-jährige Tirolerin noch als Viertbeste ins Ziel. Den Sieg holte sich die Tschechin Marketa Davidova, für die es der erste Titel ist.

Als Trost ist Hauser die kleine Kristallkugel für den Disziplinenweltcup, für den die WM ebenfalls gilt, nicht mehr zu nehmen. Es ist das erste Mal seit 13 Jahren, dass ein Athlet oder eine Athletin aus Österreich eine solche entgegennehmen kann.

Vor dem Bewerb war die Erwartungshaltung - vor allem seitens der Öffentlichkeit - freilich noch größer gewesen, Hauser selbst hatte mit fünf Stockerlplätzen im Weltcup vor der WM sowie Silber in der Staffel sowie der Verfolgung dafür gesorgt. Dennoch hatte Hauser vor dem Bewerb, in dem sie vor zwei Jahren mit Rang sieben ihr bisher bestes WM-Ergebnis geschafft hatte, bewusst tiefgestapelt. Alles, was jetzt noch komme, sei eine Draufgabe, sagte Hauser, die daher mit den "Top 15 schon zufrieden" wäre, wie sie sagte.

Im Ziel überwog daher dann auch die Freude über die Konstanz in den jüngsten Bewerben. "Ein bissi ärgerlich ist es schon", sagte sie, "aber dreimal unter den Top Sechs zu sein, sind richtig gute Ergebnisse, über die ich mich freue". (art)