Weltmeister in der Kombination ist er schon, zudem hat sich Marco Schwarz in Cortina überraschend Bronze im WM-Riesentorlauf geholt und davor schon drei weitere Medaillen umgehängt. Nun könnte sich der 26-jährige Kärntner zum ersten Mal in seiner Karriere auch eine kleine Kristallkugel schnappen. Die erste Chance dazu hat er am Sonntag im vorletzten Slalom der Saison in Kranjska Gora, in den er mit satten 146 Punkten Vorsprung auf Ramon Zenhäusern aus der Schweiz und 184 auf Weltmeister Sebastian Foss-Solevaag geht. Schon am Tag davor (jeweils 9.30/12.30 Uhr) könnte theoretisch eine Entscheidung im Riesentorlauf fallen, hier haben die Österreicher trotz der jüngsten Steigerungen keine Chance mehr, in den Kugelkampf zwischen Alexis Pinturault und Marco Odermatt einzugreifen.

Im Slalom gilt trotz seines Vorsprungs für Schwarz das Motto "Angriff ist die beste Verteidigung". "Die Devise ist ganz klar volle Attacke. Ich werde mich sicher nicht auf dem ausruhen und werde versuchen, um das Podest und den Sieg mitzufahren", sagt der Weltmeister, der zuletzt aber unter Rückenproblemen gelitten hat. "Beim Slalom-Training ist es mir ein bisschen ins Kreuz eingeschossen. Natürlich war die Therapie sehr intensiv, aber es sollte aufs Wochenende hin normal passen." Nach dem Bansko-Trip mit zwei zehnten Plätzen konnte sich Schwarz schon ein Bild vom Hang in Kranjska Gora machen. Die Bewerbe am Podkoren sind für den Kärntner besonders. "Kranjska Gora ist für mich fast ein Heimrennen. Es ist das nächstgelegene Rennen im Weltcup, ich fahre immer gerne runter."

Brennsteiner will nachlegen

Das gilt freilich auch für den Riesentorlauf. Obwohl es die schwächste Disziplin der Österreicher ist, haben sie zuletzt gezeigt, dass auch hier ausgezeichnete Einzelergebnisse wieder möglich sind. Neben Schwarz mit WM-Bronze hat vor allem Stefan Brennsteiner aufgezeigt. Das Stehaufmännchen will seinen dritten und fünften Platz bestätigen. "Ich hoffe, dass es keine Eintagsfliege war. Du trainierst jahrelang, dass du irgendwann auch um den Sieg mitfighten kannst", sagt Brennsteiner. Zwar fehle auf das oberste Treppchen noch ein Schritt. "Nichtsdestotrotz bin ich mit der Form recht zufrieden."