Der erste WM-Titel, die ersten Slalomsiege im Weltcup, die ersten Riesentorlauf-Stockerlplätze und schließlich die erste Kristallkugel - spätestens sei dem vergangenen Wochenende ist klar: Österreichs Technik-Asse sind etwas aus dem Schatten von Marcel Hirscher getreten. Mit dem Gewinn von Kristall in der Slalomwertung durch Marco Schwarz sowie dem ersten Weltcupsieg von Katharina Liensberger im Slalom scheint im ÖSV-Team wieder die Erfolgskurve deutlicher nach oben zu gehen.

Trotz Rückenschmerzen setzte Schwarz am Sonntag alles auf eine Karte und fixierte mit einem taktisch gut angelegten Weltcup-Rennen in Kranjska Gora den vorzeitigen Gewinn der kleinen Kristallkugel im Slalom. Dabei genügte dem Kärntner ein siebenter Platz, für den Schweizer Ramon Zenhäusern war Rang drei zu wenig, um den Wettstreit noch offen zu halten. Es siegte der Franzose Clement Noel. Das Ringen um den Gesamtweltcup wird dagegen zwischen Alexis Pinturault (Fra) und Marco Odermatt (Sz) entschieden.

Gratulationen konnte nach ihrem ersten Weltcupsieg am Samstag in Aare auch Liensberger entgegennehmen. Allerdings viel Zeit zum Genießen bleibt der Slalom-Weltmeisterin nicht, da nach der Heimreise aus Schweden das Finale in Lenzerheide in den Mittelpunkt rückt. Liensberger kann in der Schweiz ihre erste kleine Kristallkugel gewinnen - allein darüber nachdenken will sie jetzt noch nicht. "Ich will mich auf mich und aufs Skifahren konzentrieren", sagte sie. Gerade einmal 22 Punkte hat Liensberger in der Disziplinwertung Rückstand auf die Slowakin Petra Vlhova, die 37 Punkte vor der US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin liegt. Alle übrigen Läuferinnen, etwa die starken Schweizerinnen Michelle Gisin und Wendy Holdener, haben rechnerisch keine Chance mehr. Die für Wochenbeginn geplanten Abfahrtstrainings in Lenzerheide wurden aufgrund schlechten Wetters abgesagt und sollen nun am Dienstag nachgeholt werden.

Bernadette Schild hört auf

Keine Rolle im Ski-Weltcup spielen kann Bernadette Schild. Die Salzburgerin hat am Sonntag ihre aktive Karriere beendet. Die jüngere Schwester der Ex-Slalom-Dominatorin Marlies Raich (ledige Schild) hat sich am 27. Dezember beim Slalomtraining einen Kreuzband- und Meniskusriss sowie eine Knochenprellung zugezogen, fiel für den Rest der Saison aus. Erfolgskurven können auch nach unten gehen - in diesem Fall jedoch unverschuldet.(rel/apa)