Die beiden ehemaligen Skilangläufer Max Hauke und Dominik Baldauf sind am Freitag bei einem neuerlichen Prozess am Landesgericht Innsbruck wegen schweren Betrugs in Zusammenhang mit Doping zu jeweils fünf Monaten bedingter Haft sowie einer Geldstrafe von 480 Euro verurteilt worden. Beide legten nun ein vollumfängliches Geständnis ab, bei der ersten Verhandlung war es nur ein teilweises Geständnis.

Die Verteidigung wollte eine Strafminderung erreichen, nachdem der Oberste Gerichtshof zwei Anklagepunkte aufgehoben hatte. Es ging dabei um zwei Rennen, die die ehemaligen ÖSV-Athleten in Deutschland und Finnland gelaufen sind. Dort gelten bei Doping andere rechtliche Rahmen als in Österreich. Der Staatsanwalt räumte ein, dass die betroffenen Anklagepunkte nun ausscheiden würden. Dennoch veränderte der Schöffensenat die Urteilshöhen nicht, da sie bei der ersten Verhandlung nach dessen Ansicht "zu milde gefasst" wurden, führte der Richter in den Urteilsbegründungen aus. Sowohl Verteidiger als auch Staatsanwalt meldeten Rechtsmittelverzicht an, die Urteile waren somit rechtskräftig.

Reumütige Geständnisse

Hauke und Baldauf legten bei den Verhandlungen ein "reumütiges und vollumfängliches" Geständnis ab. "Ich bekenne mich schuldig. Es tut mir extrem leid", sagte Hauke und entschuldigte sich beim "Sportland Österreich", dem ÖSV, seinen Mitbewerbern, Förderern und Geschädigten. Sein Verteidiger sagte im Vorfeld, dass eine Minderung der Strafe wichtig wäre, da diese dann nicht mehr im Strafregister aufscheinen würde. Der Steirer sei durch die Dauer des Verfahrens "extrem belastet". Auch Baldauf entschuldigte sich, unter anderem bei den Nachwuchssportlern. "Ich stehe gerade für das, was ich gemacht habe", erklärte er. Es sei ihm und Hauke erst im Nachhinein bewusst geworden, dass sie gerade den jungen Sportlern "Steine in den Weg" gelegt haben.

Baldauf war im Jänner 2020 und Hauke im Oktober 2019 in Innsbruck verurteilt worden. Die ehemaligen Langläufer waren den Behörden im Zuge der Operation Aderlass bei der nordischen Ski-WM in Seefeld im Februar 2019 ins Netz gegangen.