Ende gut, alles gut? Nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen, Tage und auch Nächte ist man im österreichischen Skiverband jedenfalls aktuell darum bemüht, die Wogen zu glätten. Karl Schmidhofer, der designierte, und Peter Schröcksnadel, der alte (und bis 19. Juni offiziell im Amt befindliche) Präsident des ÖSV, traten am Donnerstag gemeinsam vor die Kameras, um Einigkeit zu demonstrieren. "Ich bin sehr froh über diese Lösung", sagte Schröcksnadel, der davor die frühere Weltmeisterin Renate Götschl favorisiert hatte. Weil die Chefs der Landesverbände sich aber weder auf sie noch auf Michael Walchhofer einigen konnten, folgt nun Schmidhofer, bisher steirischer Landeschef, dem 79-Jährigen nach. Nach den drei Stimmen-Enthaltungen in der Nacht auf Mittwoch trudelten danach auch von den davor noch zögernden Teilorganisationen Unterstützungen ein.

Zunächst sei er auch überrascht gewesen, schließlich wollte er Parteipolitik stets aus dem ÖSV fernhalten, sagte Schröcksnadel. Dass nun ein offizieller ÖVP-Mandatar das Steuer übernimmt, sehen aber beide nicht als Problem. Schmidhofer wird sein Mandat bei seiner Wahl zurücklegen, betonte er am Donnerstag erneut. "Die Tür zum Parlament geht zu, jene beim ÖSV auf. Und ich werde das Amt unpolitisch und nur zum Wohle des Sports ausüben."

"Einflüsterer" brauche er keine, "aber wenn Ideen kommen, werden die sehr gerne aufgenommen, wie ich das immer gehandhabt habe. Das gilt natürlich genauso, wenn Peter anruft und eine Idee hat", erklärte der Unternehmer.

Schröcksnadel indessen hat laut eigenen Angaben bereits notariell beglaubigt seinen Abschied von den Geschäftsführer-Positionen in den diversen ÖSV-Tochtergesellschaften zurückgelegt. "Ich will niemandem dreinreden. Ich lege meine Ämter nieder und freue mich, wenn einer gut fährt", sagte der scheidende Chef, der sich nun einem Projekt in der Krebsforschung widmen will. "Wenn es mir um Macht ginge, könnte ich was anderes machen."

 

Kritik an Walchhofer bleibt

Vielmehr gehe es ihm darum, dass wieder Einigkeit bestehe und der ÖSV weiter erfolgreich arbeiten könne. Unüberwindbare Gräben sehe er nicht ("Es gibt nichts Älteres als die Zeitung von gestern"), einen Seitenhieb auf Walchhofer konnte er sich aber dann doch nicht verkneifen. "Wenn jemand, der den Verband nicht gut kennt, daherkommt und sagt, er will alles verändern, halte ich das vom Management-Standpunkt her für katastrophal."

Die Aussage überrascht freilich, schließlich war Walchhofer zuletzt Vizepräsident. Schröcksnadel: "Aber soviel zu tun hatte er dabei nicht." Alles scheint dann doch noch nicht gut.