Lindsey Vonn, Aksel Lund Svindal, Franz Klammer und Matthias Mayer: Es war eine beeindruckende Schar an Unterstützern, die Johan Eliasch vor der Wahl des neuen Ski-Weltverbands-Präsidenten und Nachfolgers des Langzeitchefs Gian Franco Kasper hinter sich versammelt hatte. Und es wirkte: Der britisch-schwedische Geschäftsmann wurde klarer als erwartet schon im ersten Wahlgang zum neuen starken Mann im Weltverband gewählt.

Bei 119 abgegebenen von 120 möglichen Stimmen entfielen 65 und damit mehr als 54 Prozent auf Eliasch. Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann folgte mit 26 Stimmen, Ex-FIS-Generalsekretärin Sarah Lewis, die als erste Frau kandidiert hatte, mit 15 und der aktuelle Vizepräsident Mats Arjes mit 13 Stimmen. Der scheidende ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, der dieses Amt in zwei Wochen an Karl Schmidhofer abgeben wird, wurde erneut ins FIS-Council gewählt.

Neben einem Dank an Kasper, der aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht teilnehmen konnte, versprach Eliasch in seiner Botschaft, er wolle ein "transparenter und offener Präsident für alle Nationen und alle Disziplinen" sein.

Doch seine eindeutige Wahl sowie die Auswahl seiner Fürsprecher können auch dahingehend interpretiert werden, wieviel Macht die Skiindustrie im Hintergrund hat. Eliasch hat Head schließlich zur Weltmarke gemacht - mit Athleten wie eben Vonn, Svindal und Mayer.

Nun ist der 59-jährige Multimillionär auch im Funktionärswesen ganz oben angekommen, als erst fünfter Präsident des 1924 gegründeten größten Wintersportverbandes. Vor Kasper waren der Schwede Ivar Holmquist, der Norweger Nicolai Ramm Östgaard und der Schweizer Marc Hodler (1951 bis 1998) im Amt gewesen.

"Unglaubliche Möglichkeiten"

Unter Hodler nahm die Expansion ihren Ausgang, unter Kasper ging dieser Trend nun weiter, sodass Skibewerbe - nicht zur Freude aller - nunmehr an den entlegendsten Orten der Welt ausgetragen werden. In den vergangenen Jahren hat aber vor allem das Disziplinen-Wirrwarr für Irritationen gesorgt. Wie Eliasch dazu steht oder welche Pläne er sonst verfolgt, wollte er am Freitag noch nicht bekannt geben, vorerst galt sein Dank seinem Vorgänger. "Ohne ihn wären wir nicht dort, wo wir heute sind", sagte Eliasch. "Wir haben unglaubliche Möglichkeiten - und jetzt lasst uns an die Arbeit gehen."(art)