Die Slowakin Petra Vlhova ist als zweifache Saisonsiegerin die Topfavoritin im Weltcup-Slalom der Alpinskiläuferinnen am Mittwoch in Lienz (10 und 13 Uhr/ORF1). Mit Mikaela Shiffrin fehlt die größte Rivalin und Killington-Gewinnerin wegen einer Corona-Infektion. Abzuwarten bleibt, wie stark sich die gerade erst genesene Weltmeisterin Katharina Liensberger bereits wieder präsentieren wird, im Riesentorlauf am Dienstag war ihr beim Sieg der Französin Tessa Worley die fehlende Kraft noch anzumerken (25.).

Österreichs Läuferinnen sind im Slalom in diesem Winter noch nicht zur Hochform aufgelaufen, sechs Top-12-Plätze waren die Ausbeute, nur Liensberger (Sechste, Achte, Vierte), Truppe (Neunte) und Katharina Huber (Zwölfte, Zehnte) kamen unter die ersten zehn. Truppe (9.) und Huber (15.) tankten im Riesentorlauf auf dem Hochstein zumindest gutes Selbstvertrauen. Liensberger haderte mit ihrer Riesentorlauf-Performance nicht lange, sie sei einfach "megahappy, dass es sich ausgegangen" sei, in Lienz anzutreten. Erst am Vortag hatte sie dazu nach einem negativen Covid-19-Test grünes Licht bekommen. "Wenn man nur zu Hause ist und nicht einmal an die frische Luft kann, dann ist das sehr beeinträchtigend", merkte sie an. Wie schnell sich das alles aufholen lasse, werde sich weisen. "Im Slalom ist es wichtig, die Entschlossenheit zu zeigen. Das will ich klar probieren. Ich merke natürlich, dass mir bei der Kraft was abgeht, ich muss jetzt gut regenerieren."

Von Liebe kann man noch nicht sprechen, aber zumindest eine lose Freundschaft könnte sich zwischen dem Hang in Lienz und Truppe entwickeln. Im Slalom kam sie bisher über Rang neun 2015 nicht hinaus, dasselbe Resultat hält sie seit Dienstag auch im Riesentorlauf. "Ich hoffe, dass ich das mitnehmen kann und morgen den ersten Lauf nicht verschlafe, sondern gleich da bin, und von oben weg Gas gebe", meinte Truppe. Der Plan sei, sich im Slalom "in den Top Ten anzusiedeln", dazu gelte es, das Limit zu finden. "Wenn ich bei den ersten Toren merke, mein Ski passt, mein Gefühl passt, dann kann ich Gas geben. Wenn ich das nicht finde, komme ich nicht ins Fahren." Entfernte Unterstützung gibt es bei ihrem Heimrennen von der Familie, die von einer Tankstelle aus ein paar Blicke auf die Piste erhascht. "Ohne Zuschauer ist es saulangweilig, keine Stimmung", sagte die für ihre Fröhlichkeit bekannte Truppe.

Huber versuchte sich im Training auf ihre Problemzonen gleich nach dem Start und vor dem Ziel zu konzentrieren. "Das kann man schon simulieren. Ich war im Training recht konstant, es ist wichtig, dass ich trotz Angriffs mit möglichst wenig Fehlern ins Ziel komme. Denn im Rennen will man immer noch eine Spur mehr. Ich war konstant, hatte wenig bis keine Ausfälle, das gibt Selbstvertrauen für den Slalom. Es ist ein Schritt nach vorne gegangen."