Der Tiroler Johannes Lamparter hat am Sonntag erstmals in seiner Karriere als Nordischer Kombinierer die Führung im Gesamt-Weltcup übernommen. Der 20-Jährige doppelte beim Klingenthal-Stopp nach seinem Vortagessieg nach, gewann nach seinem Ex-aequo-Sieg im Sprung mit dem Steirer Franz-Josef Rehrl vor dem auch am Vortag zweitplatzierten Esten Kristjan Ilves und dem am Samstag auf Rang sieben gekommenen Rehrl. Drittbester Österreicher wurde Lukas Greiderer als Elfter (+47,9).

Lamparter setzte sich zu Beginn der letzten von vier 2,5-km-Runden von Ilves und Rehrl ab und gewann 8,4 Sekunden vor dem Esten bzw. 8,7 Sekunden vor Rehrl. Lamparter kommt nun Ende Jänner mit 100 Punkten Vorsprung auf den in Klingenthal wie auch davor in Val di Fiemme pausierenden Norweger Jarl Magnus Riiber zum Weltcup-Triple Ende Jänner in Seefeld. Der für nächstes Wochenende geplant gewesene Weltcup in Planica wurde abgesagt.

Tempo nach Sprung-Sieg

Lamparter machte nach seinem Sprung-Sieg auf der Loipe von Anfang an Tempo, der mit vier Sekunden Rückstand gestartete Ilves schloss aber auf. Der nach dem Springen sechstplatzierte, starke Langläufer Jörgen Graabak konnte allerdings auf Distanz gehalten werden, woraufhin Lamparter am Beginn der Schlussrunde erfolgreich die Entscheidung gesucht hat. Ilves und Rehrl konnten nicht folgen, nach der Premiere in Val di Fiemme hält der Youngster daher bei nunmehr drei Weltcup-Siegen.

"Es war richtig geil. Gemeinsam mit FJ (Rehrl, Anm.) auf dem Podium zu stehen, macht so viel Spaß", sagte Lamparter. "Ein richtig cooles Wochenende für mich, in bin jetzt in Gelb. Es kann auf alle Fälle so weiter gehen." Der Weltmeister bezeichnete es als Kindheitstraum, die Weltcup-Gesamtführung innezuhaben. "Natürlich ist Jarl nicht da. Nichtsdestotrotz ist es eine große Ehre, dass ich es tragen darf." Den Zieleinlauf habe er ob seiner Solo-Zielankunft sogar etwas genießen können.

Zwei Athleten am Podium

Rehrl schaffte nach seinem Kreuzbandriss und Rang sieben vom Vortag einen weiteren Schritt zurück und vielleicht auch ins Olympia-Team. "Ich bin sehr stolz auf mich, besonders mit dem Skispringen", meinte der Steirer. "Jo (Lamparter, Anm.) ist zur Zeit eine Maschine im Laufen." Er sei unglaublich glücklich über die Platzierung. "Es fehlt noch einiges auf der Loipe, aber das gibt Aufwind", meinte Rehrl.

Für Lamparter sei es nur eine Frage der Zeit gewesen, dass es so aufgeht. Bei Rehrl sei es beeindruckend gewesen, sagte ÖSV-Cheftrainer Christoph Eugen. "Zwei Athleten am Podium haben wir lange nicht gehabt." Punkto Olympia-Aufstellung wollte er sich nicht in die Karten blicken lassen. Die Entscheidung müsse bis spätestens am 24. Jänner fallen. Es ist anzunehmen, dass neben Lamparter der diesmal nur auf Rang 25 gekommene Seidl sowie Rehrl und Greiderer gute Karten haben. (apa)