Ausgerechnet in Kitzbühel hat Dave Ryding für den ersten Sieg eines Briten im alpinen Ski-Weltcup gesorgt. Der 35-Jährige raste im Hahnenkamm-Slalom am Samstag von Platz sechs noch aufs oberste Stockerl und holte sich den gewaltigen Scheck über 100.000 Euro vor dem Norweger-Duo Lucas Braathen und Henrik Kristoffersen. Michael Matt und Johannes Strolz bewahrten Österreichs Slalomteam mit den Rängen vier und fünf vor einer Enttäuschung.

Zur Halbzeit hatte dem ÖSV-Team mit Matt als Elftem eines der schwächsten Abschneiden in einem Kitzbühel-Slalom gedroht. Ohne Top-Ten-Rang war man in zuvor 54 in der Gamsstadt ausgetragenen Slaloms nur 1976 geblieben. Doch das Duo steigerte sich im ausfallbehafteten zweiten Lauf - und Matt hofft nun weiter auf einen Startplatz bei Olympia. "Ich denke schon, dass ich zu einer Olympiade dazugehöre", sagte der erleichterte Tiroler mit "ansteigender Formkurve". Am Sonntag wird der finale Kader für das Großereignis in China nominiert.

Nach einem versöhnlichen Herzschlagfinale, in dem das Führungstrio kollektiv scheiterte, schaffte es auch im zweiten von drei Bewerben der 82. Hahnenkamm-Rennen kein Österreicher auf das Podest. Im Slalom endete eine stolze Stockerl-Serie seit 2015 oder sechs Rennen. In der zweiten Abfahrt am Sonntag (13.30) bietet sich die letzte Chance.

Nächster Halt: Schladming

Die Slalom-Artisten reisen indes bereits nach Schladming weiter. Dann hofft auch Manuel Feller wieder dabei zu sein. Der Fieberbrunner musste bei seinem Heimrennen aufgrund einer Corona-Infektion in der Quarantäne zuschauen. Und erlebte vor dem TV-Bildschirm, wie erstmals bei einer Siegerehrung im Weltcup "God Save the Queen" tönte. Ryding feierte seinen Triumph auch vor Magerkulisse von 1.000 erlaubten Zuschauern überschäumend, schon einmal war er bei einer Siegerehrung in "Kitz" dabei gewesen. Vor fünf Jahren hatte er sich lediglich Marcel Hirscher geschlagen geben müssen. "Ich habe nie aufgehört zu kämpfen", sagte der 35-Jährige. "Der Sieg bedeutet die Welt für mich."

Marco Schwarz schrie sich hingegen den Frust mit einem "das gibt's ja nicht, he!" von der Seele. "Der Tag war sehr schwierig. Es geht nicht leicht von der Hand, ich bin nicht in dem sogenannten Flow drin", sagte der kurz nach Sölden verletzte Kärntner über die anhaltende Suche nach der Topform. Erst 16., dann die zehntschnellste Laufzeit, das bedeutete in Summe Platz zwölf. Ein Rezept ist bisher nicht gefunden. "Im zweiten Durchgang habe ich es mit der Brechstange versucht, was auch nicht funktioniert hat. Ich muss mir bis Schladming noch ein bisserl was einfallen lassen." (apa)