Ryoyu Kobayashi hat am Samstag im Skisprung-Weltcup den ersten Einzelbewerb von Willingen gewonnen. Wie bei den Frauen wurde der zweite Durchgang aufgrund der widrigen Verhältnisse gestrichen und der Bewerb mit nur einem Sprung gewertet. Der japanische Vierschanzentournee-Sieger kam am besten mit Wind und Regen zurecht und siegte vor den Norwegern Halvor Egner Granrud und Marius Lindvik. Daniel Huber wurde als bester ÖSV-Springer Neunter, Stefan Kraft belegte Rang 25.

Die Olympia-Generalprobe im deutschen Willingen verkam am Samstag zu einer verregneten Windlotterie. Peking-Starter Huber brachte dennoch einen respektablen 134-Meter-Sprung zustande, wirklich zufrieden war der 29-jährige Salzburger aber nicht. "Es war ein schwieriger Wettkampf. Ich hab es leider nicht ganz so erwischt, da muss ich mich schon selber ein bisschen bei der eigenen Nase nehmen", gab sich Huber selbstkritisch. "Aber nichtsdestotrotz muss man bei so einem Wettkampf froh sein mit einem Top-Ten-Ergebnis. Den zweiten Durchgang wäre ich persönlich gerne noch gesprungen, weil ich das Gefühl hatte, dass nach vorne noch etwas möglich gewesen wäre."

Der Olympia-Starter weiß jedenfalls, wo er noch Verbesserungspotenzial hat: "Ich weiß, wo ich ansetzen muss. Ich habe es noch nicht ganz mit der Konstanz, aber es waren heute auch sehr schwierige Bedingungen. Deswegen voller Fokus auf morgen, wo es wieder ein bisschen besser aussehen soll", so Huber.

Im österreichischen Team bekamen in Abwesenheit der Olympia-Athleten Manuel Fettner, Jan Hörl und Daniel Tschofenig sowie des nach einem positiven Corona-Test fehlenden Clemens Aigner einige junge Springer die Chance auf eine Weltcup-Teilnahme. Am besten nutzte diese der erst 19-jährige Markus Müller, der 124 Meter weit sprang und damit 17. wurde. Der Kärntner holte damit seine ersten Weltcup-Punkte. Maximilian Steiner und Markus Rupitsch platzierten sich auf den Rängen 23 und 24.

Kraft, der nur 25. wurde, sucht nach wie vor nach der passenden Form für Olympia. Der Salzburger kam auf 119,5 Meter. "Krafti probiert und kämpft, es ist halt noch nicht ganz die Leichtigkeit drinnen. Wir sind aber trotzdem dran, ihm mehr Stabilität zu geben. Das ist halt unter solchen Verhältnissen mit einem Sprung ganz schwierig", sagte ÖSV-Trainer Harald Diess. Thomas Lackner wurde 27.

Kobayashi übernahm mit dem Sieg nach einem 145-Meter-Satz die Führung im Gesamtweltcup von Karl Geiger. Der Deutsche kam nur auf Rang 19. Noch schlimmer erwischte es den Slowenen Anze Lanisek, zuletzt dreimal in Folge am Weltcup-Stockerl, der mit 104,5 Metern 34. wurde und leer ausging. Am Sonntag findet in Willingen von der Schanze mit einer Hillsize von 147 Metern noch eine weitere Einzelkonkurrenz statt (15.15 Uhr). (apa)