Noch vier Rennen, dann ist die alpine Weltcup-Saison 2021/22 auch schon wieder Geschichte. Doch für alle Zuschauer lohnt es sich, noch bis zum allerletzten der heuer 75 Rennen dranzubleiben, weil vor allem am Sonntag noch einmal Spannung aufkommt - fällt doch erst dann bei drei noch vakanten Kristallkugeln die Entscheidung.

Der finale Überblick:

  • Herren-Slalom: Während im Riesentorlauf am Samstag alles entschieden ist (der neue Gesamtweltcupsieger Marco Odermatt hat die kleine Kristallkugel schon fix), ist aus rot-weiß-roter Sicht vor allem die Torlauf-Entscheidung von großem Interesse. Immerhin ist es für die stolze Skination die einzige verbliebene Chance, heuer eine Einzel-Kristallkugel abzustauben. (In der schwachen Post-Hirscher-Saison vor zwei Jahren gelang dies zuletzt nicht, damals gab es auch kein Nationencup-Kristall.) Die Hoffnungen ruhen dabei auf Manuel Feller, der allerdings bei 70 Punkten Rückstand auf den Norweger Henrik Kristoffersen bestenfalls intakte Chancen hat, die Nachfolge seines Teamkollegen Marco Schwarz anzutreten. Zudem ist er bekanntlich nicht der einzige Verfolger des Wahl-Salzburgers, der zuletzt in Flachau wertvolle Punkte ließ. Denn insgesamt fünf Fahrer können die Kugel am Sonntag (10.30/13.30 Uhr) noch holen - kein Wunder nach einer verrückten Torlauf-Saison mit acht verschiedenen Siegern in neun Rennen. Kristoffersen führt mit 371 Zählern vor Lucas Braathen (323), Linus Strasser (307), Feller (301) und Daniel Yule (283). Kristoffersen reicht damit in Courchevel jedenfalls ein vierter Platz, um seine dritte Slalomkugel (nach 2016 und 2020) einzufahren. Sollte er ausfallen, dann wird der Kugelkampf zum Thriller.
  • Herren-Mannschaftswertung: Jahrzehntelang gab es überhaupt keine Diskussion, wer das beste männliche Alpin-Team stellt - bis vor zwei Jahren plötzlich die Schweizer die Nase vorne hatten. Und erst damit vielen Skifans die Existenz einer eigenen Kristallkugel für die Mannschaftswertung bewusst wurde. Während der Nationencup (also Damen und Herren zusammen) erstmals nach zwei Jahren wieder an Rot-Weiß-Rot gehen wird - bei 313 Punkten Vorsprung -, gab es für die Herren am Freitag einen Rückschlag. Durch die Finalniederlage gegen die Eidgenossen im Parallel-Teambewerb wurden den Schweizer Herren 40 Punkte mehr gutschrieben - weshalb diese nun mit zehn Zählern Vorsprung ins Finalwochenende gehen. Während die Schweizer im Riesentorlauf zu favorisieren sind, dürften die ÖSV-Asse im Slalom höher punkten können - jedes Pünktchen könnte also am Ende entscheiden. "Wir werden alles geben", versprach Team-Olympiasieger Stefan Brennsteiner.
  • Damen-Riesentorlauf: High Noon auf der Piste gibt es ebenfalls am Sonntag, wenn um 12 Uhr der zweite Lauf des Damen-Riesentorlaufs gestartet wird: Theoretisch können sich noch vier Läuferinnen die kleine Kugel in der alpinen Grunddisziplin schnappen. Olympiasiegerin Sara Hector aus Schweden hat nach dem Ausfall in Aare nämlich nur noch fünf Zähler Vorsprung auf die Französin Tessa Worley gerettet; ihr Polster auf die frischgebackene Gesamtweltcupsiegerin Mikaela Shiffrin beträgt 51 Punkte, und schon 91 auf die längst feststehende Gewinnerin des Slalom-Weltcups, Petra Vlhova.

Erstmals seit 2019 werden die ÖSV-Damen in der Teamwertung wieder die Nase vorne haben: 323 Zähler Vorsprung auf die Schweizerinnen sollten in den Technikrennen zu verteidigen sein.