Die Advent-Fußball-WM im Wüstenemirat Katar wirft ihre Schatten voraus. Zu spüren bekommen das unter anderem die Skispringer, wird doch der Weltcup-Auftakt heuer ungewöhnlich früh begangen. Um dem Beginn der Fußball-WM auszuweichen, ist die Schanzensaison bereits am Freitag im polnischen Wisla mit der Qualifikation gestartet. Mangels Schneeflocken werden Qualifikation und Hauptbewerb in einer Hybrid-Variante aus Eisanlaufspur und Kunststoffmattenlandung ausgetragen. Fortgesetzt wird der Weltcup erst drei Wochen später in Ruka. Höhepunkt des besonders langen Winters ist die WM in Planica.

Das ÖSV-Männerteam ist ungeachtet des ungewohnten Beginns im Saisonverlauf einmal mehr auf Siege und Medaillen aus. Angeführt wird es von ÖSV-Star Stefan Kraft. Der Doppel-Gesamtweltcupsieger soll aber nicht Alleinunterhalter sein. "Er war natürlich die letzten Jahre der, der viele Erfolge gefeiert hat. Es ist klar, dass er das wieder zeigen kann. Wir haben eine gute, stabile Mannschaft, die jederzeit gewinnen kann von den Einzelathleten her", betonte Trainer Andreas Widhölzl. Kraft landete heuer im Gesamtweltcup nach vier Siegen, aber auch einer Schwächephase auf Platz fünf. In der neuen Saison hofft der 29-Jährige nach diesmal reibungsloser Vorbereitung auf mehr Konstanz auf höchstem Niveau. "Ich will wieder einer der besten Skispringer der Welt sein", betonte Kraft. In der vergangenen Saison haben Jan Hörl und Daniel Huber je einen Sieg gefeiert. Und bei Olympia beinahe auch Manuel Fettner, der Überraschungszweite von der Normalschanze war in der Vorbereitung stark unterwegs. "Er hat den guten Trend weitergeführt", so Widhölzl über den 37-Jährigen.

Saisonziel des ÖSV ist es freilich, bei allen Highlights ganz vorne mitzumischen und Medaillen einzuheimsen. Auch bei der Tournee soll es endlich wieder besser klappen. "Es wäre cool, wenn wir da einen besseren Start zusammenbringen", sagte Widhölzl. Viel liegt ihm zudem am neuerlichen Gewinn des Nationencups. "Den wollen wir auf jeden Fall verteidigen. Das ist ein Riesenthema - nicht nur für uns Trainer, sondern auch für die Athleten. Es ist schon eine coole Sache, wenn man die konstanteste Mannschaft über das ganze Jahr ist." Einigen Respekt habe er aber vor dem Mammutprogramm der "ewig" dauernden Saison vom 5. November bis 2. April mit über 30 Einzelbewerben plus WM im Februar/März. "Das wird eine schwierige Aufgabe, aber wir fühlen uns gut vorbereitet", sagte der 46-Jährige.

Kramer in Wisla Vierte

Mit einem "ewigen" Weltcup-Programm samt einigen Neuerungen sieht sich auch die Elite der heimischen Skispringerinnen konfrontiert. 26 Einzel-Bewerbe sind bis Ende März eingeplant, außerdem noch zwei Mixed-Konkurrenzen sowie ein Super-Team-Event. Hinzu kommen Planica zwei Einzel bei der WM in Planica sowie ein Team- und ein Mixed-Bewerb. Nicht zuletzt feiern die Frauen am 19. März in Vikersund ihre Skiflug-Premiere. Los geht es wie bei den Männern dieses Wochenende in Wisla - und der Auftakt verlief erfolgreich. Am Freitag haben alle fünf angetretenen Österreicherinnen die Qualifikation in Polen geschafft. Weltcup-Titelverteidigerin Marita Kramer wurde mit 121,5 Metern Vierte, auch Eva Pinkelnig (7.), Chiara Kreuzer (16.), Hannah Wiegele (20.) und Jacqueline Seifriedsberger (23.) kamen weiter. Beste war die Slowenin Ema Klinec (128,5 Meter).