Einen Tag nach ihrem 75er-Jubiläum hat Mikaela Shiffrin den 76. Weltcup-Erfolg ihrer Karriere nachgelegt. Die US-Amerikanerin triumphierte auch im zweiten Slalom von Levi am Sonntag vor der Schweizerin Wendy Holdener (+0,28 Sek.) und Petra Vlhova (+0,68) aus der Slowakei. Bei einer schwachen ÖSV-Teamleistung war Katharina Liensberger als Achte (+1,85) neuerlich die Beste.

Neben Liensberger hatte es nur noch Katharina Truppe (21.) in den zweiten Durchgang geschafft. Chiara Mair und Marie-Therese Sporer schieden aus, Katharina Huber (33.), Magdalena Egger (40.), Franziska Gritsch (42.) und Nina Astner (48.) verpassten das Finale der besten 30.

Zwei Wochen langes Training auf der von Rot-weiß-rot nicht unbedingt heiß geliebten Piste Levi Black trug keine Früchte. Stattdessen einte die besten ÖSV-Läuferinnen erneut massiver Rückstand, der sich vor allem im flachen Gelände summierte. "Wir sind auch nur Menschen. Zu Fleiß fährt keine von uns langsam", bekundete Truppe. Die Kärntnerin hatte bereits im Vorfeld an ihrer Form gezweifelt - und wurde darin bestätigt. "Skifahren macht aktuell keinen Spaß."

Liensberger erklärte nach den Rängen elf und acht im ORF: "Es war definitiv kein leichter Start in die neue Saison." Ernüchterung stellte sich bei Thomas Trinker, dem neuen Frauen-Rennsportleiter im ÖSV ein: "Da haben wir uns viel mehr erwartet. Ich würde sogar sagen, es ist inakzeptabel, was uns da passiert ist."

Shiffrin hamsterte indes im hohen Norden die ersten großen Punkte der Saison. Als Gesamtweltcup-Führende übersiedelt sie von Finnland in die USA. Shiffrins Heimrennen in Killington bilden am kommenden Wochenende die Weltcup-Fortsetzung bei den Frauen. Ein Riesentorlauf und Slalom, in dem Shiffrin just ihren 50. Torlauf-Erfolg feiern könnte, stehen in Vermont auf dem Programm.

Das Ausnahmetalent sorgt weiter für Rekorde. Mit ihrem bereits sechsten Streich im finnischen Winter Wonderland überflügelte sie ihre Dauerrivalin Vlhova (5), die als Rekordsiegerin nach Lappland gereist war. Schon am Samstag hatte Shiffrin eine weitere Duftmarke der Konstanz hinterlassen: Mit Vreni Schneider und Renate Götschl bildet sie nun ein elitäres Trio, aus dem es jeder gelungen ist, in elf aufeinanderfolgenden Saisonen zumindest einen Weltcup-Sieg zu feiern.

Nach Nummer 76 fehlen der noch immer erst 27-Jährigen sechs Siege in der ewigen Bestenliste auf Landsfrau Lindsey Vonn. Bei den Männern liegt die schwedische Legende Ingemar Stenmark mit 86 Siegen vorne. (apa)