Den Auftakt haben Österreichs Biathleten in Kontiolahti in Finnland verpatzt, ihre Kolleginnen können es am Mittwoch bei ihrem ersten Bewerb der Saison besser machen - auch wenn Massenstart-Weltmeisterin Lisa Hauser die Erwartungen nach überstandener Corona-Infektion und anderen gesundheitlichen Problemen dämpft. Überraschungen brachte aber schon das 20-Kilometer-Einzelrennen der Männer: Den Sieg holte sich der Schwede Martin Ponsiluoma, der sich nach nur einem Fehlschuss deutlich vor dem fehlerlosen Schweizer Niklas Hartweg und dem Deutschen David Zobel durchsetzte.

Die Österreicher landeten im geschlagenen Feld, der bald 40-jährige Simon Eder kam unmittelbar vor seinem Landsmann David Komatz auf Rang 33. Eder konnte mit seiner Laufleistung nicht unzufrieden sein, drei Fehler am Schießstand waren allerdings zu viel, um ernsthaft um eine Top-Ten-Platzierung mitkämpfen zu können. Am Ende betrug der Rückstand auf Rang eins 4:48,1 Minuten.

Komatz schoss zweimal daneben, war am Ende aber 0,9 Sekunden langsamer als Eder. Auch Patrick Jakob verzeichnete zwei Fehlschüsse, für ihn wurde es Endrang 39. Damit reichte es zumindest noch für Weltcup-Punkte. Harald Lemmerer (60.) schaffte das genauso nicht wie Felix Leitner, der das Rennen völlig verpatzte und nach fünf Fehlern über Rang 63 nicht hinaus kam.

Für Ponsiluoma war es der zweite Einzel-Sieg im Weltcup nach dem Erfolg im Pokljuka-Sprint 2021. Noch überraschender war die restliche Besetzung des Stockerls, zumal sich sowohl der 22-jährige Hartweg als auch der 26-jährige Zobel zum ersten Mal über eine Top-Drei-Platzierung freuen durften. Der Norweger Johannes Thingnes Bö wurde nach mangelnder Schussleistung nur Zwölfter, läuferisch war er aber wieder einmal eine Klasse für sich. Bis Sonntag stehen für die Männer noch drei Rennen auf dem Programm, die Frauen sind ab Mittwoch viermal im Einsatz.

Den Anfang macht das 15-Kilometer-Einzel (13.15 Uhr). "Ich weiß schon, an welchen Schrauben ich drehen kann. Aber Geduld ist nicht meine Stärke. Ich musste mich schon darauf einstellen, dass ich wieder positiver werde, weil es im Sommer nicht leicht war", meint Hauser. Deutlich mehr Probleme hatten und haben Norwegens Olympiasiegerinnen Tiril Eckhoff und Marte Olsbu Röiseland, die beide wegen langfristiger Auswirkungen nach Corona-Infektionen vorerst fehlen. Unverändert bleibt der Ausschluss der Teams aus Russland und Belarus wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine.