Die Speed-Saison im alpinen Ski-Weltcup der Frauen hat so begonnen wie vor einem Jahr - mit einem Sieg von Sofia Goggia. Mit ihrem 18. Erfolg im Weltcup untermauerte die Italienerin am Freitag in Lake Louise ihre Vormachtstellung in der Abfahrt. Dabei wurde es diesmal aber sehr knapp, nur 0,04 Sek. lag Goggia schließlich vor der Schweizerin Corinne Suter. Als Dritte verpasste die Steirerin Cornelia Hütter den Sieg nur um 0,06 Sek. Vierte war Mirjam Puchner.

Nina Ortlieb vergab im ersten Rennen nach einer fast zwei Jahre dauernden Verletzungspause im mittleren Teilstück eine möglich scheinende Podestplatzierung. Als Sechste konnte die Vorarlbergerin aber ebenfalls zufrieden sein. Ariane Rädler, Christina Ager und Nicole Schmidhofer verpassten die Top Ten.

Bei Temperaturen um Minus 20 Grad unter dem Gefrierpunkt legte Puchner mit Startnummer acht zunächst eine klare Bestzeit hin. Auf die zu dem Zeitpunkt zweitplatzierte Schweizerin Joana Hählen hatte sie sieben Zehntelsekunden Vorsprung. Doch unmittelbar danach zeigte Goggia, dass es noch besser ging. Vor allem im Mittelteil nahm die 30-Jährige Puchner mit einer ausbalancierten Fahrt die entscheidenden Zehntel ab. Suter und Hütter lieferten sich dann Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Italienerin, stiegen aber beide ganz knapp als Verliererinnen aus.

"Es war echt cool zum Fahren, aber während dem Fahren war ich nur überfordert, weil es mich von einer Passage in die andere reingerissen hat. Es ist nur mit mir dahingegangen. Das war heute richtig Rennfahren", betonte Hütter. Den Hundertsteln nachtrauern wollte sie nicht. "Ich möchte einfach verletzungsfrei bleiben, gesund sein und einfach nur Spaß haben und genießen", meinte die 30-Jährige, die zuletzt immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte.

"Ich glaube, ich kann mit dem ganz zufrieden sein für das erste Rennen", sagte Puchner in einem ersten Kurz-Resümee im ORF-Fernsehen. "Es war ein richtiger Fight. Ich habe einfach probiert, dass ich die Ski runterlasse, dass ich Gas gebe, nicht zurückstecke." Ortlieb zeigte sich erleichtert: "Das tut auf jeden Fall gut und ist eine Bestätigung, dass der Weg stimmt und dass sich die harte Arbeit lohnt."

Ramona Siebenhofer hatte bei etwa 130 km/h Fahrtgeschwindigkeit eine Schrecksekunde zu überstehen, als sich plötzlich ein Ski selbstständig zu machen drohte. Die Steirerin rettete die Situation jedoch und hielt sich auf den Beinen. "Ich bin froh, dass nichts passiert ist und dass es morgen noch eine Chance gibt für mich", meinte sie im Zielraum. Christine Scheyer fand nach kleinen Fehlern im oberen Streckenabschnitt nicht mehr ins Rennen und hatte über drei Sekunden Rückstand. Nach einem Sturz von Elisabeth Reisinger war die Abfahrt kurz unterbrochen, die Oberösterreicherin konnte selbstständig wieder aufstehen. (apa)