Nach der witterungsbedingten Absage des Super G in Gröden am Freitag - er könnte Ende Jänner in Garmisch-Partenkirchen nachgeholt werden -, steuert der Ski-Zirkus mit der klassischen Abfahrt in Gröden am Samstag (11.45 Uhr/ORF 1) sowie den Riesentorläufen am Sonntag und Montag in Alta Badia (jeweils 10 und 13.30 Uhr/ORF 1) auf die nächsten Höhepunkte zu. Glaubt man den Meteorologen, sollen die Wetterprognosen für die Gröden-Abfahrt nach der Absage von Freitag günstiger sein und das Rennen über die ganze Strecke gefahren werden. Es wäre dies im Übrigen das 100. Weltcup-Rennen im Grödnertal. Chancen rechnen sich auf österreichischer Seite der Sieger des Nachtragsrennens vom Donnerstag, Vincent Kriechmayr, aber auch Olympiasieger Matthias Mayer Chancen aus.

Der größte Gegner ist hier natürlich der Schweizer Marco Odermatt. Ihn gilt es auch bei den Riesentorlaufrennen auf der Gran-Risa-Piste am Sonntag und Montag in Alta Badia zu schlagen. Angeführt vom Zweiten Manuel Feller fuhren in der Vorwoche in Val d’Isere drei ÖSV-Skirennläufer in die Top Ten. "Das war schon eine gute Leistung", erklärte Männer-Rennsportleiter Marko Pfeifer, der sich dennoch von seiner Truppe eine Steigerung gegen Odermatt erwartet. "Wir können nicht sagen, er ist nicht schlagbar."

Zuletzt musste man im Riesentorlauf ja den Eindruck gewinnen, dass sich ein Odermatt nur selbst ausschalten kann. Von den vergangenen acht Rennen im Weltcup und bei den Olympischen Spielen in China gewann er sechs, nur in Kranjska Gora belegte der Schweizer die Plätze zwei und drei. Vor einer Woche brachte der Blondschopf in Val d’Isere gleich 1,40 Sekunden zwischen sich und Feller, der im zweiten Durchgang laut Pfeifer "ein bisschen steife Füße" gekriegt hat. "Man muss schon ehrlich sein. Das ist schon imposant, wie Odermatt das im Riesentorlauf herunterfährt", gestand Pfeifer ein. Mit zwei guten Läufen wäre Feller "vielleicht auf acht Zehntelsekunden" dabei gewesen, fordern hätte er den Eidgenossen jedoch nicht wirklich können. Trotzdem müsse man dran bleiben, auf die Chance lauern und sie letztlich nutzen. "Wir können jetzt nicht in Ehrfurcht erstarren und sagen, die werden jetzt alles gewinnen", meinte der Kärntner mit Blick auf Odermatt und den norwegischen Star Aleksander Aamodt Kilde.

Curtonis Coup

Eine Überraschung lieferte wiederum die erste Abfahrt der Damen am Freitag in St. Moritz. Den Sieg holte sich hier nicht die Favoritin, Sofia Goggia, sondern ihre Landsfrau Elena Curtoni. Die 31-jährige Italienerin nutzte ihre günstigere Startnummer 2 zum dritten Weltcupsieg vor Goggia (+0,29 Sekunden) und dem Schweiz-Duo Corinne Suter (+0,73) und Jasmine Flury (+0,84). Die Österreicherinnen konnten sich bei schlechter Sicht nicht zur vollen Attacke überwinden. Cornelia Hütter war als Elfte (+1,37) noch die Beste.

Damit fuhren die ÖSV-Frauen im verkürzten, vierten Speedrennen der Saison erstmals - und das gleich sehr klar - am Stockerl vorbei. Christina Ager immerhin bestätigte als 13. und zweitbeste Österreicherin ihre Trainingsleistungen. "Ich habe mir gesagt: Es war gestern auch schlecht, jetzt mache ich es noch einmal gleich." Nina Ortlieb (14.), Mirjam Puchner (17.), Stephanie Venier (20.) und Tamara Tippler (22.) klassierten sich im umkämpften Bereich zwischen eineinhalb und zwei Sekunden Rückstand.

Die zweite Abfahrt am Samstag (10.30 Uhr/ORF1) verspricht bei Sonnenschein und kälteren Temperaturen im Engadin völlig andere Rahmenbedingungen. "Da fühle ich mich zurzeit einfach wohler. Wenn man die Wellen sieht, dann fällt der volle Angriff einfacher", betonte Cornelia Hütter. Man darf also gespannt sein.