In sechs Technik-Rennen gab es für die ÖSV-Frauen gesamt nur vier Top-10-Platzierungen, darunter einen Stockerlplatz als Ausreißer nach oben und zuletzt den vorläufigen Tiefschlag in Sestriere mit Katharina Truppe auf Platz 14 als Beste im Slalom. Gute Werbung für den Heimweltcup sieht anders aus. Dennoch freuen sich nicht nur Österreichs Skifahrerinnen auf die am Dienstag beginnenden Rennen am Semmering, sondern auch die Veranstalter auf die Rückkehr der Zuschauer.

Vor zwei Jahren waren hier aufgrund der Corona-Pandemie nur Geisterbewerbe ausgetragen worden. Im Riesentorlauf machten zudem starke Windböen einen Strich durch die Rechnung, das Rennen musste nach dem ersten Durchgang mit Petra Vlhova als Führender abgebrochen werden. Im Slalom gab es für die ÖSV-Damen immerhin ein Erfolgserlebnis: Katharina Liensberger wurde hinter der Schweizerin Michelle Gisin und vor Mikaela Shiffrin, die am Semmering schon viermal gewonnen hat, Zweite. Daran will die Vorarlbergerin auch beim in den nächsten Tagen anstehenden Dreierpack anschließen. Nach zwei Riesentorläufen am Dienstag (10/13.05 Uhr) und Mittwoch steht am Donnerstag noch ein Flutlicht-Slalom ins Haus, in dem die Chancen für Liensberger wohl am größten sind.

Hoffen auf die Trendwende

"Heimrennen sind immer etwas Besonderes, und mit einem zweiten Platz beim letzten Slalom am Zauberberg vor zwei Jahren habe ich tolle Erinnerungen an die Rennpiste", sagt sie. "Ich hoffe natürlich, schnelles Skifahren zeigen zu können, und freue mich riesig, mit hoffentlich vielen Zuschauern wieder vor Ort den Zauberberg mit meiner Begeisterung als Skirennläuferin ‚verzaubern‘ zu können." Immerhin: Den Slogan, mit dem der Berg vor den Toren Wiens für sich wirbt, hat die Vorarlbergerin verinnerlicht, auch wenn es sportlich heuer noch nicht so rund läuft wie erhofft.

"Ich sage immer, pro Stockerlplatz im Vorfeld sind es ein paar hundert Leute mehr. Leider hat das heuer noch nicht so funktioniert. Aber ich rechne fest damit, dass es bei uns mit einem Podestplatz klappt", sagt Franz Steiner, der Chef des Organisationskomitees. Tageskarten sind jedenfalls noch erhältlich. Von allgemeinem Krisengerede hält Trainer Karlheinz Pichler Pichler nichts. "Liensberger wurde in Killington Fünfte - da sind wir von einer Krise weit weg." Und vielleicht gelingt vor eigenem Publikum ja doch der Befreiungsschlag, wie auch Steiner hofft: "Es wird ein dreitägiges Rennspektakel mit tollem Rahmenprogramm, wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit den Skifans."(apa/tamsl)