Ein Speed-Double auf der Stelvio-Piste verschafft Österreichs Ski-Männern noch zwei Chancen, mit mehr als einem Sieg in der Weltcup-Saison ins neue Jahr hineinzufeiern. In den Trainings für die Abfahrt am Mittwoch (11.30 Uhr/live ORF 1) zeigte Matthias Mayer als Vierter und Dritter auf, der Kärntner war in Bormio bereits zweimal Sieger. Favorit ist aber Aleksander Aamodt Kilde, Trainingsschnellster am Dienstag. Der Norweger hat von den bisher vier Abfahrten in diesem Winter drei gewonnen.

Doch auch Mayer macht sich berechtigte Hoffnungen. "Ich bin topfit und freue mich auf das Rennen", sagt der Kärntner. Im Gegensatz zur Saslong in Gröden, wo vor Weihnachten zwei Abfahrten stattfanden, kommt die Stelvio "extrem eisig" daher, wie Mayer ausführt. "Man fährt ein bisschen wie auf rohen Eiern dahin." Diese Verhältnisse sollten den Österreichern aber prinzipiell entgegenkommen. "Ich probiere in jedem Rennen, meine volle Erwartungshaltung zu zeigen und mich reinzuhauen. Und natürlich, Bormio ist in den letzten Jahren sehr gut gelaufen, da erwartet man sich vom Ergebnis her ein bissel mehr." Die Piste sei "in einem hervorragenden Zustand", wenn auch wie gewohnt "eisig und pickelhart", konstatiert Vincent Kriechmayr. "Ein gutes Gefühl hat da keiner herunter." Mit Gröden, wo er die verkürzte Abfahrt gewonnen und somit für den bisher einzigen ÖSV-Saisonsieg gesorgt hat, sei es nicht zu vergleichen. "Das war auch nicht einfach, aber nicht ganz so fordernd wie hier."

Nur halb zufrieden

Bormio ist auch die Ouvertüre zu den Jänner-Klassikern im Weltcup für die Speed-Asse. "Mit den gemütlichen Weihnachtsferien ist es jetzt vorbei", betont Otmar Striedinger. "Wenn man in Bormio anreist, weiß man, dass es wieder zur Sache geht." Auch Kilde meint: "Jetzt kommen die richtigen Sachen. Es kommen jetzt ein paar Rennen, wo man bereit sein muss." Der Norweger hat in der vergangenen Saison den Super G hier gewonnen. Für ÖSV-Rennsportleiter Marko Pfeifer geht in der laufenden Saison noch etwas die Konstanz ab. Mit "fünfzig-fünfzig", beziffert er zuletzt den Status seiner Zufriedenheit mit den bisherigen Resultaten. "Die Speedrennen in Lake Louise waren sehr positiv. In Beaver Creek haben wir uns viel erwartet, dann haben wir ein bissel Wind gehabt. Gröden war superpositiv mit dem Sieg, zwei Tage darauf war es aber wieder eine volle Watsch’n."

Nach der Abfahrt haben seine Männer am Donnerstag im Super G noch eine Gelegenheit, ihren Chef glücklich zu machen. Außer den genannten ÖSV-Läufern sollen da auch Raphael Haaser, Lukas Feurstein und Debütant Andreas Ploier antreten. Nicht am Start stehen wird in beiden Rennen Beat Feuz, der offiziell wegen einer Grippe passt. Davor hat der Schweizer angekündigt, dass Kitzbühel seine letzte Karrierestation sein wird.(apa/red.)