Ski-Star Mikaela Shiffrin hat wie 2016 drei Technik-Rennen an drei aufeinanderfolgenden Tagen am Semmering gewonnen. Die US-Amerikanerin kurvte am Donnerstag im Flutlicht zu ihrem 80. Weltcup-Sieg und dem 50. im Slalom. Die 27-Jährige setzte sich vor ihrer Landsfrau Paula Moltzan (+0,29 Sek.) und der Deutschen Lena Dürr (+0,34) durch. Den Österreicherinnen war zum Abschluss des Semmering-Triples kein Top-Ten-Ergebnis vergönnt. Als Beste kam Katharina Truppe auf den 13. Platz.

Der Halbzeit-Neunten unterliefen im Finale zu viele kleine Fehler, sie fiel damit noch zurück. In die andere Richtung ging es für Franziska Gritsch, die sich von Position 23 mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang auf den 14. Platz verbesserte. Die Tirolerin bemerkte einen Schritt nach vorne angesichts einer bisher schwierigen Saison: "Im Training geht es leicht von der Hand, im Rennen will es noch nicht hinhauen", sagte Gritsch. "Ich glaube, ich habe den ganzen Frust reingelegt." Katharina Huber war 23., Lisa Hörhager machte als 27. erstmals Weltcup-Punkte.

Nach ihrem ersten Lauf hatte Shiffrin 0,72 Vorsprung auf die Schwedin Anna Swenn-Larsson gehabt, auf Moltzan waren es 0,79. In der Entscheidung baute sie im unteren Abschnitt, nachdem sie zunächst gut im Rhythmus drin war, eine kleine Unsicherheit ein, ließ aber "mit der Uhr im Kopf" dennoch nichts mehr anbrennen. Für die Ausnahmeathletin war es das erste Mal in einem Slalom, dass eine Teamkollegin neben ihr am Siegespodest stand.

Liensberger und Mair ausgeschieden

"USA eins und zwei im Slalom - das ist überwältigend! Das ist unglaublich", meinte Shiffrin im ORF-Interview. Von Ex-Siegläuferin und Lokalmatadorin Michaela Dorfmeister bekam sie eine Torte überreicht. "Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll", meinte die sechsmalige Weltmeisterin perplex und sichtlich gerührt. Auch Moltzan wusste nicht, wie ihr geschah. Die 28-Jährige, die wie Lindsey Vonn aus dem Bundesstaat Minnesota stammt, stand das zweite Mal auf der Weltcup-Ebene am Stockerl, nachdem sie 2020 im Parallelrennen Lech/Zürs Zweite gewesen war.

Im zweiten Durchgang nach einem schweren Fehler und mit zu viel Zeitrückstand nicht mehr mit dabei war Katharina Liensberger (51./+5,48). "Mich hat es gleich bei der ersten Haarnadel hinten reingedrückt, ich war zu wenig stabil", erklärte die Vorarlbergerin zum Hergang ihres Unfalls nach wenigen Sekunden. Danach wollte sie aber unbedingt weiterfahren und stieg zurück. "Mir ist es nicht gelungen, das Rennen und das Jahr stark abzuschließen, aber ich hoffe, dass ich daraus lernen kann und wieder stärker zurückkomme." Auch Chiara Mair schied aus. (apa)