Vielen Österreicherinnen bietet die "Karl Schranz" in St. Anton nicht den Heimvorteil, den man sich von einer Strecke in Tirol erwarten würde. "Vor zehn Jahren war ich das letzte Mal rennmäßig hier. Die paar Erinnerungen, die ich noch habe, sind gut", sagte Cornelia Hütter, die Weltcup-Zweite von Lake Louise. Nach der Absage der Abfahrtstrainings findet nun am Samstag (11 Uhr) und Sonntag (11.30 Uhr) jeweils ein Super G statt.

Österreichs vier stärkste Super-G-Fahrerinnen in diesem Winter waren Mirjam Puchner, die Sechste der Disziplinen-Wertung ist, Hütter (7.), Ramona Siebenhofer (10.) und Nicole Schmidhofer (11.). In Kanada siegte die Schweizerin Corinne Sutter vor Hütter, Ragnhild Mowinckel (Nor) und Puchner, in St. Moritz schnappte sich die derzeit allerdings kranke US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin den Rennsieg vor Elena Curtoni und Romane Miradoli; Beste aus dem ÖSV war Puchner auf Platz sieben.

"Sie haben bis jetzt eine gute Saison gehabt. Ich erwarte mir, dass sie mit Spaß und Freude Ski fahren. Dass wir gute Läufe treffen und dass wir hoffentlich vorne mitfahren", erklärte ÖSV-Damen-Rennsportleiter Thomas Trinker. Die schwierige Strecke komme jenen entgegen, die "technisch gut fahren".

2013 fuhr Hütter in St. Anton in Abfahrten auf Platz 10 (erster Top-Ten-Platz im Weltcup) sowie 12 und 8 (jeweils Europacup). Da sie danach kein Rennen mehr in St. Anton absolvierte - 2016 und 2019 wurden die Kandahar-Rennen witterungsbedingt abgesagt -, bedauerte sie die Streichung der Trainings sehr. "Ich habe extrem viel Video geschaut, es geht Kurve auf Kurve, es dreht sehr stark, das ist vom Gelände vorgegeben."

Eine starke Saison hat Puchner bisher abgeliefert, in der Diskussion um die Krise im ÖSV-Damen-Team fühlt sie sich daher nicht angegriffen. "Wir hatten sechs Rennen, ich war fünfmal top sieben. Natürlich hat das Podest gefehlt, das ärgert mich auch, aber das kann man nicht erzwingen", sagte die Salzburgerin, die vor zehn Jahren ihr Debüt in St. Anton im Weltcup gab. Vor zwei Jahren schaute in der Abfahrt ein 30., im Super G ein 21. Platz heraus - das war es auch schon mit den Kandahar-Erlebnissen.

Ähnlich ergeht es Siebenhofer: "Ich bin vor zwei Jahren das erste Mal hier runtergefahren, im Super G bin ich ausgeschieden. Ich kann gar nicht sagen, ob es mir taugt oder nicht." Man trainiere nie auf der Strecke, habe keine Europacuprennen, keine österreichischen Meisterschaften. "In Cortina, Lake Louise und Val d’Isere kenne ich mich besser aus. Damit muss man leben. Aber ich bin schon genug Ski gefahren, dass ich runterfinden werde."

Anders liegt der Sachverhalt bei Nina Ortlieb, was die Streckenkenntnisse betrifft. "Das ist ein anspruchsvoller Super G da runter, du musst mit Taktik fahren." Nach den Ausfällen in den zwei Saisonrennen werde sie sich bei der Besichtigung entsprechend Zeit lassen.