Mikaela Shiffrin hat am Dienstag den Weltcup-Riesentorlauf am Kronplatz gewonnen - und ist damit mit 83 Weltcuperfolgen nun alleinige Besthalterin unter den Ski-Damen. Bisher teilte sie sich diese Lorbeeren mit ihrer Landsfrau Lindsey Vonn. Im zweiten Rennen am Mittwoch kann Shiffrin aber bereits nachlegen und noch näher an Ingemar Stenmark (86 Weltcupsiege) heranrücken. Die Allzeit-Bestmarke des schwedischen Technikers könnte Shiffrin noch diesen Winter knacken - im Idealfall sogar noch vor der WM in Courchevel/Méribel (6. bis 19. Februar). Denn am Wochenende finden im tschechischen Spindlermühle zwei Spezialslaloms statt.

Zweite hinter der 27-jährigen US-Amerikanerin wurde am Dienstag die Schweizerin Lara Gut-Behrami (+0,45 Sek.), Dritte die Italienerin Federica Brignone (+1,43). Beste Österreicherin war Julia Scheib als 12. (+2,85).

Gut-Behrami hatte zwar mit einen starken zweiten Lauf für Shiffrin vorgelegt, diese flog danach aber förmlich über die bestens präparierte Piste ins Ziel - mit zwei Mal Laufbestzeit. "Es hat einfach Spaß gemacht, es waren perfekte Bedingungen. Ich habe bei jedem Schwung gepusht", sagte Shiffrin, die Gut-Behrami aus dem Starthaus noch verfolgt hatte. "Warum habe ich bloß geschaut? Sie war so schnell." Die Schweizerin konnte sich mit ihrer Leistung ebenfalls "zufriedenschätzen", sei sie doch in den vergangenen Wochen kaum einen Riesentorlaufschwung gefahren.

Shiffrin hatte die Speedrennen in St. Anton ausgelassen, in Cortina war sie vergangene Woche einmal Vierte und zweimal Siebente gewesen. Gut-Behrami unterstrich ihre starke Form, seit 18. Dezember und nun elf Rennen en suite ist sie immer in den Top Ten zu finden, fünfmal war sie auf dem Stockerl. Im Gesamtweltcup führt Shiffrin (1.417 Punkte) überlegen vor Gut-Behrami (861) und der Slowakin Petra Vlhova (846); in der Riesentorlaufwertung ist das Rennen offener: Shiffrin (500) führt vor Marta Bassino (It/451) und Gut-Behrami (437).

Einziger Lichtblick in einem weiterhin schwachen ÖSV-Riesentorlauf-Team war Scheib, die ihr bestes Weltcupergebnis einfuhr; in Kranjska Gora hatte sich die 24-jährige Steirerin zuletzt auf Rang 13 klassiert. "Es war wichtig, dass ich das Ergebnis von Kranjska Gora bestätigen konnte. Im zweiten Lauf war ich nicht zufrieden, das Ergebnis ist okay, ich möchte morgen auf alle Fälle mehr", sagte Scheib im ORF-TV.

Liensberger und Truppe verpassen das Finale

Zu den großen Verliererinnen zählten Katharina Truppe und Katharina Liensberger, die als 31. und 32. knapp am Finale vorbeifuhren. Liensberger ist nach dem am Vortag erfolgten Abgang ihres Coaches Livio Magoni nun wieder komplett in Österreichs Technikteam unter der Leitung von Georg Harzl integriert - ein "Trainereffekt" war allerdings nicht zu erkennen. Immerhin hatten es sieben Österreicherinnen in den zweiten Durchgang geschafft: Für Elisabeth Kappaurer ging es von 14 auf 15 (+3,03), für Elisa Mörzinger von 15 auf 19 (+3,60). Ricarda Haaser wurde 20., Franziska Gritsch 21. und Ramona Siebenhofer 23. Ex-Stockerlfahrerin Stephanie Brunner schied als Halbzeit-19. im Finale aus.

Im zweiten Rennen im Herzen Südtirols kann es also nur besser werden.(may/apa)