Lienz. Der Winter will noch nicht so recht. Der Schnee macht sich rar, und also bedurfte es auch in Lienz einiger Anstrengung, um die beiden Weltcup-Rennen am Mittwoch und Donnerstag zu gewährleisten. Die Bemühungen zahlten sich aus, weder der Riesentorlauf (10.15/13.15 Uhr) noch der tags darauf zur gleichen Zeit stattfindende Slalom sind gefährdet. Allerdings wurde die übliche Hangbefahrung am Dienstag gestrichen. Das routinierte österreichische Team kennt die Piste, auf der alternierend mit den Rennen am Semmering alle zwei Jahre gefahren wird, ohnehin bestens.

Allerdings liegt der bisher letzte Erfolg im Riesentorlauf in Lienz schon acht Jahre zurück, als die damals 20-jährige Nicole Hosp vor Renate Götschl gewann. Der Riesentorlauf ist auch sonst nicht die Galadisziplin der ÖSV-Damen. Fast zwei Jahre ist es her, dass eine Österreicherin ganz oben auf dem Podest stand. Am 16. Jänner 2010 hat Kathrin Zettel in Maribor gewonnen. Doch der Trend geht nach oben. In den bisherigen zwei Saisonrennen schaffte Elisabeth Görgl zweimal den Sprung aufs Stockerl, nach Rang drei in Sölden musste sich die Steirerin in Aspen nur Rebensburg geschlagen geben. Anna Fenninger (4. und 6.) und Kathrin Zettel (7.) zeigten ebenfalls bereits auf.

Italiener überrascht


Die Favoritinnen sind aber andere. Lindsey Vonn muss man wohl immer nennen, sie hatte auch den Auftakt in Sölden gewonnen, und dann ist da auch Viktoria Rebensburg. Überraschend hat zudem die Siegerin von 2009, die Deutsche Kathrin Hölzl, die lange mit einer Stoffwechselerkrankung gekämpft hatte, am Dienstagabend ihr Antreten bekannt gegeben.

Die Lienzer haben die Haupttribüne im Zielstadion vergrößert, die nun um 30 Prozent mehr Zuschauer unterbringt. Auch beim Schlusshang wurde ein neuer Zuschauerbereich für rund 500 Personen geschaffen. Das angekündigte schöne, milde Wetter dürfte zwar der Piste Probleme bereiten, den Zuschauern hingegen dürfte es gefallen.

Während die Damen in Lienz am Dienstag zur Untätigkeit gezwungen waren, absolvierten die Herren in Bormio das erste Training zur Abfahrt am Donnerstag. Der Deutsche Stephan Keppler erzielte zwar Bestzeit, beging aber einen Torfehler. Deshalb schien überraschend der Italiener Matteo Marsaglia auf dem ersten Rang auf. Bester Österreicher war Klaus Kröll als Sechster, die jungen Österreicher fanden sich zur Gänze im geschlagenen Feld wider. "Man darf auch nicht vergessen, dass wir mit der jüngsten Mannschaft von allen am Start stehen", sagt Cheftrainer Mathias Berthold.