Ruhpolding. Eigentlich waren Österreichs Biathleten ja mit keinen besonders großen Hoffnungen nach Ruhpolding zur dort stattfindenden Weltmeisterschaft gereist. Die ÖSV-Skijäger konnten bei weitem schon auf bessere Winter zurückblicken, als auf den heurigen.

Jakov Fak durfte feiern, Österreichs Biathleten hatten keinen Grund dazu. - © APAweb/epa/Andreas Gebert
Jakov Fak durfte feiern, Österreichs Biathleten hatten keinen Grund dazu. - © APAweb/epa/Andreas Gebert

Gerade die Paradeathleten der vergangenen Jahre waren heuer nicht so wirklich in Tritt gekommen: Weder Dominik Landertinger, vor drei Jahren Weltmeister im Massenstart, noch Christoph Sumann, im Vorjahr WM-Bronzemedaillengewinner im Einzel.

Daniel Mesotitsch hat bei Titelkämpfen noch nie eine Einzel-Medaille gewonnen, war aber stets ein verlässliches Staffel-Mitglied bei den Medaillengewinnen der Weltmeisterschaften 2005 und 2009 sowie bei den Olympischen Spielen 2010. Doch ausgerechnet in ihn setzte man die größten Hoffnungen in Ruhpolding. Der Kärntner war der konstanteste ÖSV-Skijäger in dieser Saison. Zwar nie auf dem Podest, aber manchmal knapp dran. Am knappsten bei den ersten beiden Bewerben der WM am Wochenende - dem Sprint und der Verfolgung. Da wurde der fast 36-Jährige jeweils Vierter. Während sich Mesotitsch nach dem ersten vierten Platz noch eher freute, überwog der Frust über das zweite Blech. "Die Chance, Weltmeister zu werden, war noch nie so groß. Wer weiß, wann sie wiederkommt", sagte er.

Insgeheim hoffte man, dass sie schon zwei Tage später wieder kommen würde - im Einzelbewerb. Der ist nämlich die eigentliche Stärke Mesotitschs, weil hier der Schwerpunkt auf dem Schießen - für jeden Schießfehler bei insgesamt 20 Versuchen gibt es Strafminuten statt Strafrunden, die viel weniger Zeit in Anspruch nehmen - liegt. Und Schießen liegt dem Kärntner recht gut, während er in der Loipe nicht mit den Allerbesten mithalten kann. Aber die Chance kam nicht wieder. Weil zwei Fehler zwei zu viel waren, landete Mesotitsch diesmal nur auf dem 13. Platz. Mit einem Fehlschuss weniger wäre er wieder knapp an den Medaillenrängen vorbeigeschrammt. "Leider wieder ein Rennen ohne zählbaren Erfolg", haderte Mesotitsch, der mit seiner Laufleistung zufrieden war, aber beim Liegend-Schießen Probleme hatte.

Daniel Mesotitsch konnte diesmal nicht in den Medaillenkampf eingreifen. - © APAweb/Reuters/Michael Dalder
Daniel Mesotitsch konnte diesmal nicht in den Medaillenkampf eingreifen. - © APAweb/Reuters/Michael Dalder

Jakov Fak Überraschungss-Weltmeister
Landertinger wurde mit ebenfalls zwei Fehlschüssen 15. Simon Eder landete auf Rang 23 und Sumann kam gar nur auf Platz 43. Den Titel holte sich überraschend der Slowene Jakov Fak, vor dem Franzosen Simon Fourcade (sein Bruder Martin hatte bereits die beiden Auftakt-Bewerbe für sich entschieden) und dem Tschechen Jaroslav Soukup. Blech holte diesmal der Lokalmatador Andreas Birnbacher. Der Deutsche verpasste Bronze um nicht einmal eine Sekunde. Das blieb Mesotitsch diesmal zumindest erspart.