Novo Mesto. (rel) Während die Nation in Schladming weiterhin auf eine Medaille hofft, könnte es auch in den kommenden Tagen bei einem zweiten Großbewerb, der Biathlon-Weltmeisterschaft im tschechischen Nove Mesto, Grund zum Jubeln für Österreich geben. Dass sein Team "ganz vorn mitmischen" werde, davon zeigte sich zumindest ÖSV-Biathlonchef Markus Gandler im Vorfeld der Eröffnung der Bewerbe am Donnerstag überzeugt.

"Eine Medaille ist da durchaus drinnen und sollte es auch werden", sagte der Sportmanager angesichts des guten Saisonverlaufes mit drei Einzel- und zwei Staffelpodestplätzen. Ebenfalls zuversichtlich stimme ihn die zuletzt ausgezeichnete Laufform des Großteils seiner Truppe. Einziger Wermutstropfen: Friedrich Pinter fällt wegen den Nachwirkungen einer Grippe für den Sprintbewerb am Samstag sowie die darauf aufbauende Verfolgung am Sonntag (13 Uhr/live ORF eins) aus. "Die Leistungen passen. Sind alle anderen fit, dann sollte es gut gehen", bekräftigte Gandler.

Dass sich das Team am Schießstand weniger gut als in der Loipe präsentierte, sieht Gandler nicht als schlechtes Omen. Hauptsache, das Selbstvertrauen passt. Immerhin hätten die Biathleten zuletzt bei der Generalprobe in Antholz in der Staffel sowie Daniel Mesotitsch in der Verfolgung sehr gut abgeschnitten. Es fehle nur noch, dass "das Glück auf unserer Seite ist", fügte Gandler hinzu.

Windböen als Gefahr für Österreichs Biathleten


Skeptischer äußerte sich dazu am Donnerstag Biathlontrainer Remo Krug. "Zumindest was die Laufleistung betrifft, ist es schneller gegangen, als ich für möglich gehalten hätte. Auf die Schießleistungen bezogen fehlt uns die Stabilität", erklärte er im Vorfeld der ersten WM auf tschechischem Boden. Tatsächlich seien die ÖSV-Herren aufgrund des oftmaligen Schwächelns am Schießplatz bisher nur sporadisch im absoluten Spitzenfeld gelandet. Ein Sieg für Dominik Landertinger und Teamkollegen steht noch aus. Es spreche aber nichts dagegen, dass es bei der WM nicht den einen oder anderen Ausreißer nach oben geben könne, meinte Krug. Geht es nach ihm, so sei "zumindest eine Medaille" drinnen. Den Biathleten in die Quere kommen könnte aber der windanfällige Schießplatz in der Vysocina-Arena. Die WM-Generalprobe im Vorjahr geriet wegen Schlechtwetters mit starken Windböen gar zur Lotterie - mit denkbar schlechtem Ausgang für das ÖSV-Team.

Angesichts solcher Herausforderungen bekommen die Routiniers von ihrem Neotrainer nichts geschenkt. So wurde der zweimalige WM-Vierte von 2012, Daniel Mesotitsch, im Saisonverlauf zwischenzeitlich in den IBU-Cup zurückgestuft. Aber auch der seit einem Monat im Formtief steckende Christoph Sumann durchlebt schwere Zeiten und darf erst in der zweiten WM-Woche auf Einsätze hoffen. Dass der teaminterne Konkurrenzkampf zuletzt härter geworden ist, will ÖSV-Manager Gandler nicht überbewerten. "Da gibt es keinen Unterschied zum Vorgänger Reinhard Gösweiner. Die Jungen geben aber mehr Gas. Julian Eberhard hat sich die Einsätze mit Toplaufzeiten verdient, und die Jungen zeigen, dass sie bereit sind", sagte er.