Lago di Tesero. (art) Als Österreich zum bis Donnerstag letzten Mal eine Damen-Langlauf-Staffel bei nordischen Weltmeisterschaften stellte, waren Teresa Stadlober und Veronika Mayerhofer noch nicht einmal geboren. Am Donnerstag traten sie nun gemeinsam mit Kerstin Muschet, bei der WM 1989 gerade einmal zwei Monate alt, sowie Routinier Katerina Smutna über 4 mal 5 Kilometer die Nachfolge der bisher letzten Damen-Staffel an. Zwei Ziele begleiteten sie bei der Berg- und-Talfahrt auf der WM-Strecke in Lago di Tesero: Einerseits, wie anno dazumal Maria Theurl und Co., den zehnten Platz zu erreichen, andererseits ein Lebenszeichen für den Damen-Langlaufsport in Österreich abzugeben.

Und wenngleich das erste, für manch außenstehenden Skeptiker utopisch scheinende, nicht erreicht wurde - am Ende schaute für das ÖSV-Quartett 4:14,1 Minuten hinter Sieger Norwegen Platz elf heraus -, kann Zweiteres durchaus als gelungen bezeichnet werden. "Für uns ist es schon eine riesige Freude, dass wir dabeisein durften", sagte Mayerhofer nach ihrem WM-Debüt. Denn viele Jahre über glänzten Österreicherinnen mit Ausnahme der unermüdlichen Einzelkämpferin Katerina Smutna, einer gebürtigen Tschechin, die 2006 eingebürgert wurde, durch Abwesenheit. "Ich habe so lange darauf gewartet, dass wir wieder eine Staffel haben, das macht einfach viel mehr Spaß", sagte die 29-Jährige. Dass Dabeisein zwar schön, in Zukunft aber nicht alles sein soll, wurde nicht nur in den überwiegend guten Ergebnissen der Läuferinnen und Läufer während der WM und auch schon davor deutlich, als etwa Stadlober Junioren-Gold und -Silber geholt hat, sondern auch darin, dass man bei aller Freude über die Teilnahme dennoch einem einstelligen Ergebnis etwas nachtrauerte. "Schon schade" sei es, dass es sich nicht ganz ausgegangen ist, meinte Smutna. "Ich wollte den zehnten Platz ins Ziel bringen, aber am Schluss hat’s mich leider vernichtet", sagte Muschet. Auf Grund der noch fehlenden Routine auf höchster Ebene ist das freilich nicht allzu verwunderlich, auch Mayerhofer spielte auf die Atmosphäre an. "So viel Aufmerksamkeit hat man im Langlauf nicht oft. Da muss man schon genau in den eigenen Körper hineinhören, was geht und was nicht. Aber in Zukunft sollte das schon besser gelingen, das war ja auch erst der Anfang."

Genau genommen war es aber schon das erste Etappenziel. Eine Damen-Staffel zu stellen, lag vor wenigen Jahren noch fernab jeglicher Realität. Erst vor zwei Jahren hätte man gezielt mit der Förderung auf diesem Gebiet begonnen, erzählt Sportdirektor Markus Gandler. "Nach Oslo 2011 sind wir eine Abenteuerreise angetreten, da haben wir den Jungen gezeigt, was Langlauf ist", sagt er. "Ich hoffe, dass die jungen Mädls und Burschen sehen, dass Österreich wieder in der Weltspitze mitlaufen kann."