Thomas Morgenstern wird weiter vom Pech verfolgt. Der dreifache Olympiasieger stürzte am Freitag im zweiten Trainingsdurchgang für den Skiflug-Weltcup am Kulm bei Bad Mitterndorf/Tauplitz neuerlich schwer. Morgenstern zog es kurz nach dem Absprung den linken Ski weg, er verlor die Kontrolle und fiel auf Rücken und Kopf. Bei der Erstversorgung konnte er Arme und Beine bewegen und war ansprechbar.

  Morgensterns Sportkarriere verläuft im Olympia-Winter wie auf einer Achterbahn. Am 14. Dezember feierte er in Titisee-Neustadt seinen ersten Sieg seit fast zwei Jahren, tags darauf stürzte er nach dem Aufsprung schwer. Von den Blessuren - schweren Prellungen und Blutergüssen sowie einem Fingerbruch - erholte er sich rasch und schaffte ein erfolgreiches Comeback bei der Vierschanzen-Tournee.

  Nach seinem zweiten Gesamtrang kam Morgenstern mit großen Erwartungen zum Kulm, wo er 2006 WM-Dritter geworden war. "Ich bin selten in meiner Karriere mit so gutem Selbstvertrauen zum Skifliegen gekommen wie jetzt", hatte der Kärntner noch am Donnerstagabend im Teamhotel in Tauplitz versichert.

  Im ersten Trainingsdurchgang erreichte er mit 196,5 m die zweitgrößte Weite, doch beim zweiten Versuch um 13 Uhr passierte es: "Wir müssen es erst analysieren, aber offenbar haben sich die Ski kurz berührt. Da werden so große Kräfte frei, die man nicht mehr regulieren kann. Da sind der Athlet und der Trainer machtlos", erklärte ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner.

  Morgenstern schlug rücklings am Ende des Vorbaus auf und stürzte sich überschlagend den steilen Aufsprunghügel hinunter. Dabei verlor der 27-Jährige das Bewusstsein. Bei der Erstversorgung u.a. durch Teamarzt Jürgen Barthofer war Morgenstern aber wieder ansprechbar. "Er konnte Arme und Beine bewegen und hat mich gefragt, was passiert ist", sagte Physiotherapeut Herbert Leitner. Morgenstern wurde zu Untersuchungen ins Salzburger Unfallkrankenhaus gebracht.