Murau. Ab Donnerstag ist Österreich wieder Schauplatz einer Wintersport-Weltmeisterschaft: Erstmals in der Geschichte finden die Titelkämpfe der Snowboarder und Ski-Freestyler gemeinsam statt - die steirische Region Kreischberg/Lachtal (Bezirk Murau) beherbergt von 15. bis 25.Jänner nicht nur die besten Brettartisten, sondern auch die waghalsigsten Flugkünstler auf zwei Skiern. Rund 1000 Sportler aus 40 Nationen haben für die Titelkämpfe genannt, Österreich schickt mehr als 30 Athleten ins Rennen. Die 24 Medaillenentscheidungen an zwei Orten stellen auch den ÖSV und das Organisationskomitee vor eine Riesenherausforderung. Die Hoffnungen des Gastgeberlandes ruhen vor allem auf den Parallel-Snowboardern, den Crossern in beiden Sparten sowie dem Snowboard-Slopestyle. Am Donnerstag, nach der Eröffnungsfeier um 16 Uhr, fällt im Springen der Ski-Freestyler bereits die erste Entscheidung über Gold, Silber und Bronze.

Mit Cross, Halfpipe und Slopestyle gibt es gleich drei Disziplinen, die im Snowboard und Ski-Freestyle bei den Welttitelkämpfen ausgetragen werden, das macht zwölf Entscheidungen und damit exakt die Hälfte der Bewerbe aus. Diese drei Disziplinen sind freilich mit enormem Aufwand verbunden, schließlich gilt es Kurse und Pipes zu bauen, wofür große Schneemengen produziert und verarbeitet werden müssen. Somit macht eine gemeinsame WM allerdings auch Sinn, weil - wie bei Olympia - die teuer errichteten Kurse gemeinsam genutzt werden können.

Aus Platzgründen hat man sich auch entschlossen, das 45 Autominuten entfernte Lachtal als zweiten WM-Ort dazuzunehmen, dort werden Riesentorlauf und Slalom der Parallel-Snowboarder ausgetragen. Bei der Snowboard-WM 2003 waren die Raceboarder noch am Kreischberg im Einsatz gewesen. Siegfried Grabner gewann damals die Goldmedaille im Parallel-Slalom, Nicola Pederzolli und Ursula Fingerlos holten jeweils Silber bei der Heim-WM.

Wie viele sollen/müssen es dieses Mal werden? "Es gibt keine Zielsetzung, was die Anzahl der Medaillen betrifft. Wichtig ist, dass unsere Athleten ihr Leistungspotenzial gerade bei der Heim-WM abrufen können. Das ist immer sehr, sehr schwer. Aber freilich erhofft man sich was, weil es für die ganze Veranstaltung von Vorteil ist, wenn du Medaillen gewinnst. Man will sich als Organisator gut präsentieren, aber auch zeigen, dass man in den Disziplinen dabei ist", meint ÖSV-Sportdirektor Hans Pum.