"Außergewöhnlich guter Job"
"Wir sind sehr international aufgestellt", gab Shaw unumwunden zu. "Entscheidend aber war, dass wir unter Marolt und Patrick Riml ein starkes und konstantes Liga-Programm hatten. Sie haben einen außergewöhnlich guten Job gemacht", kommt umgehend Lob auch für den österreichischen Alpindirektor Riml.

Der Tiroler hatte über die Jahre an fast alle Schlüsselstellen ebenfalls Österreicher positioniert. Mit dem Ergebnis, dass die USA den "Austrians" mittlerweile skifahrerisch mehr als auf Augenhöhe begegnen. Ein Mix aus Europäern, Amerikanern und ehemaligen US-Rennläufern wie T. J. Lanning im Betreuerstab soll nun sichern, dass der erfolgreiche Weg weitergeht. "Wir müssen dafür sorgen, dass nach den Ligetys und Shiffrins etwas nachkommt", betonte Shaw.

Die Beständigkeit und der Erfolg
Der Haupt-Erfolgsfaktor ist für den Geschäftsmann aus Vermont aber die Beständigkeit. "Wir wollten die besten Trainer und die beste Organisation. Entscheidend war, dass wir unser Programm konsequent durchgezogen haben. Oft ist es nicht so wichtig, ob etwas exakt richtig ist. Aber man sollte das, was augenscheinlich richtig ist, konsequent tun und wenig abweichen", erklärte Shaw die Philosophie von USSA. "Wenn dann solche Athleten wie Vonn und Ligety auftauchen, können wir sie dementsprechend unterstützten.

Eine erfolgreiche Heim-WM könnte dem Skisport in den riesigen USA endlich eine über die Rocky Mountains hinausgehende Popularität besorgen. "Wir hoffen es zumindest", meinte Shaw und freute sich, dass es über das Netzwerk von NBC erstmals eine TV-Live-Übertragung der WM auch in den USA geben wird.

"Wir haben bei uns viele Major Leagues im Basketball, Football, Hockey, Baseball und natürlich die College-Meisterschaften. Sich dagegen zu behaupten, ist wirklich schwierig. Umso wichtiger ist, dass wir solche außergewöhnliche Persönlichkeiten im Team haben, die als Einzelpersonen dafür sorgen, dass man unseren Sport kennt."

Ein Teil des US-Erfolges liegt für Shaw auch in der Persönlichkeitsstruktur begründet. "Amerikaner lieben einfach den Erfolg. Sie wollen gewinnen, und Lindsey Vonn verkörpert das perfekt." Wichtig sei aber, in Schritten vorwärtszugehen. "Das erklären wir unseren Athleten immer wieder", so Shaw. "Auch Lindsey hat ihre 64 Siege nicht zufällig geholt. Sie hat auf jeder Entwicklungsstufe reüssiert. Sie ist der ultimative Profi. Denn sie kommt auch mit ihrem Ruhm abseits der Piste gut zurecht und ist trotzdem die Nummer eins im Skisport."

Shaw hofft, dass nach der Super Bowl am kommenden Sonntag Amerika dann auch die Ski-Weltmeisterschaften mehr als bisher wahrnimmt. Die Fernseh-Liveübertragungen auf NBC und die US-Stars sollen es richten. Bis dahin fiebert auch Shaw vor allem der Super Bowl entgegen. Der Sieger? "Die Patriots natürlich, ich bin ja aus New England."