Nur in den Technikbewerben ließen die ÖSV-Erfolge 1999 zu wünschen übrig: Für Benjamin Raich, der als dreifacher Rennsieger 20-jährig nach Vail geflogen war, kam die WM noch zu früh - Aus im Riesentorlauf, Fünfter im Slalom. Dort rettete Christian Mayer auf dem skandalös vereisten Hang die rot-weiß-rote Ehre mit Bronze, während der Finne Kalle Palander sensationell zu Gold kurvte. Bei den Damen war es wiederum die Australierin Zali Steggall, die sich zur Überraschungs-Weltmeisterin im Torlauf kürte.

Kjus: Immer auf dem Stockerl


Und doch, es war zwar die WM von Rot-Weiß-Rot, aber es war nicht oder nicht nur die WM von Maier, auch nicht die von Meissnitzer, sondern es war eigentlich die WM des Lasse Kjus. Denn mit der bis heute einzigartigen Ausbeute von fünf Medaillen in allen fünf Disziplinen - zwei Mal Gold und drei Mal Silber - stellte der Norweger alle in den Schatten. "Diese WM ist wie ein Traum für mich", meinte Kjus anschließend, "ich glaube auch nicht, dass das so bald wieder passieren wird." Er sollte recht behalten.

1989: Nierlich & Maier mit Gold


Zehn Jahre zuvor, 1989, gastierte die WM zum ersten Mal in Vail - damals war die Ausbeute aus heimischer Sicht nicht ganz so berauschend. Nach dem Abfahrerdebakel auf der Rattlesnake-Bobbahn (mit dem Deutschen Hansjörg Tauscher als Titelträger), retteten Ulli Maier im Damen-Super-G und Rudi Nierlich mit Doppel-Gold in Riesentorlauf (mit der ungünstigen Startnummer 15) und Slalom die Ehre der damals nur zweitbesten Ski-Nation hinter der Schweiz. Beide Weltmeister gewannen zwei Jahre später in Saalbach wieder Gold - und beide verunglückten danach: Maier 1994 in Garmisch, Nierlich 1991 bei einem Verkehrsunfall. Unvergessen ist aber nach wie vor seine sportphilosophische Erfolgsformel. "Wenns laft, dann laft’s." Auch das wird man heuer in Vail ganz sicher wieder hören.