Kombi-Kristall gab es zuletzt 2012 für Ivica Kostelic. - © apa/Gindl
Kombi-Kristall gab es zuletzt 2012 für Ivica Kostelic. - © apa/Gindl

Vail. (rel/apa) Die alpine Ski-Kombination vegetiert seit Jahren vor sich hin. Nun hat der bereits 1928 ins Leben gerufene Traditionsbewerb von oberster Stelle Rückendeckung erhalten. "Ich bin ein echter Fan der Kombination, ich glaube an diesen Wettbewerb", erklärte FIS-Präsident Gian-Franco Kasper am Rande der Ski-WM in Vail. Am Sonntag (18 Uhr MEZ Abfahrt, 22.15 Uhr Slalom) kämpfen hier die Herren um Kombinationsgold, am Montag folgen zur selben Zeit die Damen. Weltmeisterin Anna Fenninger, die den Titel schon einmal - in Garmisch 2011 - gewonnen hat, hat ihr Antreten bereits fixiert.

Dass der Wettkampf der Skiallrounder, der in den vergangenen zehn Jahren optimistisch als Super-Kombination bezeichnet worden war, aktuell nur aufgrund der Medaillenvergaben bei Olympia am Leben erhalten wird, ist FIS-Boss Kasper jedenfalls schon lange ein Dorn im Auge. "Es werden zwei Kombis in den Kalender gepfercht, damit man den Olympia-Status nicht verliert. Das macht keinen Sinn. Wir brauchen mehr Kombinationen im Weltcup", forderte er. Ein Blick auf den Weltcup-Kalender spricht da wahrlich Bände. So absolvierten die Damen vor der WM keine einzige Kombination, die Herren fuhren immerhin in Wengen und Kitzbühel um Kombinationspunkte. Das erklärt auch, warum der Bewerb die einzige Weltcup-Disziplin ist, in der zu Saisonende keine Kristallkugel mehr an den Gesamtsieger vergeben wird. Zuletzt wurden die Trophäen 2012 an Ivica Kostelic und Lindsey Vonn verliehen.

Dreier-Kombination bis 1980

Tatsächlich darf aber der Kombinationsbewerb auf eine lange Geschichte zurückblicken. Das erste Wettfahren, das aus Abfahrt und Slalom bestand, fand 1928 bei der Premiere der Arlberg-Kandahar-Rennen statt. Danach wurden bei allen Weltmeisterschaften außer 1931, 1950 und 1952 Weltmeister in der Kombination ermittelt. Von 1956 bis 1980 wurden zusätzlich zu Abfahrt und Slalom auch die Ergebnisse der Riesenslaloms einbezogen. Der Modus, Dreier-Kombination genannt, wird bis heute noch bei den Junioren-Weltmeisterschaften angewendet.

Aamodt als Rekordsieger

Eine wichtige Veränderung brachte das Jahr 1994 - und ab da begann auch das Herumdoktern an einem Wettkampf, der bisher gut funktioniert hatte. Anstatt die Ergebnisse nach Punkten zu ermitteln, wurden die Laufzeiten von Abfahrt und Slalom einfach addiert, was wiederum dazu führte, dass dadurch die starken Slalomfahrer bevorzugt wurden. Um dieses Problem zu lösen, wurde 2005 die Super-Kombination, die nun nur noch einen Slalomdurchgang vorsah, aus dem Hut gezaubert - und 2007 bei der Ski-WM in Aare sowie 2010 bei den Olympischen Spielen in Vancouver eingeführt. Der durch diese Aufwertung erhoffte Imagewandel blieb aus. Im Weltcup fristet die Kombination nach wie vor ein Schmuddelkind-Dasein. Über das Misch-Format wird seither heftig debattiert, eine attraktive und faire Lösung wurde aber bisher noch nicht gefunden.

Der bisher erfolgreichste Medaillengewinner in der Kombination ist der Norweger Kjetil André Aamodt. Er holte nicht nur die meisten Siege im Disziplinenweltcup, sondern auch mehrfach Edelmetall (darunter vier Mal Gold) bei Olympia und Ski-Weltmeisterschaften. Wer nun am Sonntag in Beaver Creek Österreich in der WM-Kombination vertreten wird, war am Freitag offiziell noch offen. Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher ging von den Starts von Matthias Mayer, Marcel Hirscher und Romed Baumann, der 2013 in Schladming WM-Bronze holte, aus. Der vierte Teilnehmer dürfte entweder Otmar Striedinger oder Max Franz heißen.