Vail/Beaver Creek. Durch die Nicht-Nominierung von Klaus Kröll und das krankheitsbedingte Fernbleiben von Armin Assinger, der aber ohnehin nicht startberechtigt gewesen wäre, musste Österreich mit einer B-Mannschaft zur Wm-Abfahrt in Vail antreten. Diese schlug sich aber überraschend gut. Alle vier ÖSV-Stars kamen unter die besten 29. Der Sieg ging an einen Schweizer, vor einem US-Amerikaner und einem weiteren Schweizer.

Das Ende der Erfolgswelle
Im vierten Rennen der Ski-WM in Beaver Creek ist Österreich brutal von der Erfolgswelle gestoßen worden. Beim Abfahrts-Überraschungssieg des Schweizers Patrick Küng wurde Matthias Mayer am Samstag als bester Österreicher nur Zwölfter, so etwas hat es in der WM-Geschichte vorher noch nicht gegeben. Silber holte Travis Ganong (USA), dank Beat Feuz ging auch Bronze an einen Schweizer.

Nach Gold in den beiden Super-G für Anna Fenninger und Hannes Reichelt sowie Abfahrts-Silber für Fenninger blieb Österreich damit ausgerechnet in der "Königsdisziplin" nicht nur zum fünften Mal in Folge ohne Medaille. Während die ersten drei über ihre jeweils erste Medaille jubelten und die Schweiz dank des bereits 31-jährigen Küng ihr erstes Abfahrts-Gold seit 18 Jahren (Bruno Kernen 1997) feierte, kassierten Reichelt und Co. die bitterste Niederlage der WM-Geschichte. 1937 war Rudi Matt in Chamonix Neunter geworden.

Trotz Wind wurde die Abfahrt auf der spektakulären "Birds of Prey" bei Sonnenschein von ganz oben und damit inklusive des fast 30-sekündigen Gleitstücks gestartet. Die erste Pace setzte in Abwesenheit von Bode Miller dessen Landsmann Steven Nyman. Der Amerikaner, Dritter bei der Generalprobe im Dezember und Dreifach-Sieger in Gröden, sorgte schon mit Nummer zehn für eine Zeit, die am Ende für Platz vier reichen sollte.

Gleich danach blieb Titelverteidiger Aksel Lund Svindal zwar um 0,11 Sekunden zurück, trotz seines erst dreieinhalb Monate zurück liegenden Achillessehnen-Risses wurde der Norweger aber auch in der Abfahrt starker Sechster. Mit Max Franz und Georg Streitberger blieben beide ÖSV-Qualifikanten bei schlechter Sicht hingegen klar zurück, da zeichnete sich das Unheil erstmals ab.

Die Sonne blieb verdeckt, die Sicht schlecht. Aber Feuz bewies, dass es geht und sorgte mit einer beherzten Fahrt für neue Bestzeit, ehe die Favoriten-Gruppe kam. Dominik Paris (ITA) verspielte dabei als erster seine Chancen mit einem kapitalen Fehler am Pumphouse. Guillermo Fayed (FRA) scheiterte hauchdünn, danach der dreifache Abfahrts-Saisonsieger Kjetil Jansrud (NOR) sogar deutlich. Es war mit Küng dann wieder ein Schweizer, der neue Bestzeit erzielte, ehe Matthias Mayer kam.