Tina Maze wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und holte erneut Gold. - © ap/John Locher
Tina Maze wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und holte erneut Gold. - © ap/John Locher

Beaver Creek. (art) Silber im Super G, Gold in der Abfahrt und nun wieder der Titel in der alpinen Kombination - nach drei von fünf Damen-Bewerben ist Tina Maze der große Star bei den Weltmeisterschaften in Vail/Beaver Creek. Doch auch im Lager des österreichischen Skiverbandes gab es wieder Grund zum Jubeln: Hinter Maze holten Nicole Hosp und Michaela Kirchgasser Silber und Bronze unmittelbar vor ihrer Teamkollegin Anna Fenninger. Auch Kathrin Zettel präsentierte sich vor ihren eigentlichen Paradedisziplinen, dem Riesentorlauf und dem Slalom, stark in Form und wurde Sechste.

Maze indessen ist in dieser Form noch mehr zuzutrauen: Sowohl im Riesentorlauf als auch im Slalom hat sie ebenfalls schon Rennen gewonnen, zwei weitere Medaillen scheinen in Reichweite. Damit würde sie den Rekord von Ana Paerson, die bei ihrer Heim-WM 2007 fünf mal Edelmetall abgeräumt hatte, einstellen. Doch während sie in diesen Disziplinen nicht die allererste Gold-Anwärterin ist, hatte die 31-jährige Slowenin in der Kombination einem enormen Druck standzuhalten. In Abwesenheit der zurückgetretenen Maria Höfl-Riesch, die bei den beiden jüngsten beiden Großereignissen, der WM 2013 in Schladming sowie den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi, den Titel geholt hatte, war schon vor dem Bewerb am Montag klar gewesen, dass der Sieg hier in Beaver Creek wohl nur über sie führen würde. Doch während anderen dies vielleicht eine hemmende Belastung gewesen wäre, wurde Maze ihrer Favoritenrolle schon im ersten Teil, der Abfahrt, gerecht. In 1:45,25 Minuten fuhr sie Bestzeit, lag dabei allerdings nur knapp vor der Schweizerin Lara Gut (+0,02), Fenninger (+0,26) und Hosp.

Und während US-Star Lindsey Vonn - gehandicapt von einem Stein, der ihre Skikante beschädigt hatte - wie schon im Super G mit Bronze und der Abfahrt mit einem fünften Platz im ersten Teil unter ihren Erwartungen blieb und nur als Siebente (+1,31) in den ihr nicht mehr unbedingt vertrauten Slalom ging, durften vor dem Beginn des Torlaufs auch die starken Technikerinnen Kirchgasser als Achte ("Das war der Abfahrtslauf meines Lebens. Ich bin brutal stolz, wie ich mich da heruntergekämpft habe") und Zettel als Elfte zur Halbzeit mit den Medaillenrängen spekulieren. Am Ende reichte es zwar nicht für alle Österreicherinnen - im Gegensatz zu Vonn, die im Slalom einfädelte, konnten aber alle mit ihren persönlichen Leistungen zufrieden sein. Neben Hosp, die nach Kombinations-Silber in Sotschi und Bronze in Schladming erneut ihre Allrounderstärken ausspielen konnte, strahlte vor allem Kirchgasser mit der Sonne über Beaver Creek um die Wette: Als sie zunächst als Führende im Zielraum gestanden war, hatte sie zunächst noch ein Wechselbad der Gefühle durchlebt: "Teufel, der hat ’passt", habe sie zunächst angesichts des Vorsprungs auf Teamkollegin Zettel gedacht und sich gefreut, ihr persönliches Ziel erreicht zu haben ("Ich wollte mir einfach nicht vorwerfen lassen, dass ich da und dort mehr hätte herausholen können"), um die Medaille hieß es dann aber doch noch gehörig zittern. Eine Situation, die sie aus Schladming nur allzu gut kannte - als sie schließlich mit dem vierten Platz vorlieb nehmen musste. "Ich habe fast gefürchtet, dass es wieder der Vierte wird", gab sie zu, als das Warten zu Ende hatte und die Medaille fixiert war, weil Fenninger und Gut noch zurückgefallen waren. Für Kirchgasser, die schon Slalom-Silber aus 2013 sowie drei Medaillen in Teambewerben in der Tasche hat, war es in dieser Disziplin die erste Medaille. "Und damit gleich in eine WM zu starten, taugt mir total", erklärte die Salzburgerin, die sich auch in den technischen Disziplinen Chancen ausrechnet.