Beaver Creek. Ohne Anna Fenninger geht für das ÖSV-Damenteam am Samstag die WM in Beaver Creek mit dem Slalom zu Ende. Weil die Salzburgern seit vier Jahren nur noch für die Kombination Slalom fährt, kämpfen daher Nicole Hosp, Michaela Kirchgasser, Kathrin Zettel und Carmen Thalmann um Medaillen. Tina Maze will ihr viertes Edelmetall, Mikaela Shiffrin die Heim-WM mit Gold abschließen. Tatsächlich ist der Slalom am Samstag (18.15/22.15 Uhr/live ORF eins) vermutlich das Rennen, in dem sich die US-Damen dank Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Shiffrin die größten Goldchancen ausrechnen dürfen. Die 19-Jährige hat mit dem Jahreswechsel ihre Materialprobleme hinter sich gelassen und nach den Siegen im Kühtai und in Zagreb vor der WM noch Platz drei in Flachau hinter der schwedischen Weltcup-Leaderin Frida Hansdotter und Maze erreicht. Auch Hansdotter ist eine Topfavoritin auf Gold.

Für die nur wenige Autominuten von der Rennstrecke entfernt wohnende Shiffrin wäre alles andere als Gold aber wohl ein Rückschritt. Vor allem das warme Wetter macht ihr Sorgen. "Ich mag es lieber hart und eisig, hoffentlich behandeln sie den Hang noch mit Wasser", sagte Shiffrin und hofft, dass ihr Heimvorteil nicht im Weichschnee versinkt. "Mit dem Wetter kann man nun mal nicht verhandeln", meinte sie seufzend, gab sich aber auch pragmatisch. "Die Besten der Welt sollten ohnehin mit allen Verhältnissen zurande kommen."

Österreicherinnen hoffen

Österreich wiederum schickt mit Hosp eine Saisonsiegerin (Aspen), mit Kirchgasser die Vizeweltmeisterin von Schladming und mit Zettel eine Läuferin an den Start, die in den sechs Weltcupslaloms vor der WM drei Stockerlplätze geholt hat. Hosp würde es nicht stören, wenn es warm bleibt. "Ich fühle mich auf diesem Schnee wohl und bin mit dem Hang bisher ganz gut zurechtgekommen", sagte die Tirolerin, die mit Gold im Teambewerb sowie Silber in der Kombination schon zwei Stück Edelmetall erobert hat. "Also kann ich befreit drauflos fahren. Es wird aber ein knappes Rennen werden", glaubt Hosp.

Zettel ist wie Hosp schon über zwei Wochen im WM-Ort, ihre Verkühlung wurde sie aber nicht mehr los. "Der Slalom ist meine stabilste Disziplin, da habe ich die meisten Stockerlplätze", sagte die Niederösterreicherin und hofft nun nach einem 6. (Kombi) und 7. (Riesentorlauf) Platz auf ein erfolgreiches WM-Ende. "Ich bin ja wegen einer Medaille da. Dafür muss ich richtig Gas geben und an mein Maximum gehen." Ähnlich argumentierte Kirchgasser. "Ich stehe im Moment verdammt cool auf dem Ski", sagte sie zuversichtlich. Mit einer weichen Piste kann sie gut leben. "Von mir aus darf es so bleiben, wie es ist. Was kommt, das kommt."