Falun. Die nordischen Skisportler des ÖSV sollen die durch die Alpinen in den USA erzeugte positive Stimmung zu ihren Titelkämpfen mitnehmen. "Wir sind ja ein Verband, wir gehören alle zusammen", sagte ÖSV-Chef Peter Schröcksnadel. "Ich glaube schon, dass sich das positiv auswirkt." Falun ist ab Mittwoch zum vierten Mal WM-Schauplatz, ÖSV-Springer und Kombinierer greifen in Schweden nach Edelmetall.

Insgesamt 21 Bewerbe werden bei den 50. Titelkämpfen der Nordischen ausgetragen, für die Schweden stehen die Langlaufrennen im Mittelpunkt. Die Medaillenhoffnungen der Österreicher konzentrieren sich hingegen auf Skispringen (5 Entscheidungen) und Nordische Kombination (4). "Zwischen drei und fünf Medaillen sind durchaus realistisch, wir sind insgesamt relativ gut aufgestellt", meinte Schröcksnadel während der Alpin-WM zur APA. Der Präsident will für zwei oder drei Tage nach Schweden reisen, wann genau das sein wird, wollte er erst später entscheiden.

Ein Skifest für Hunderttausende
Schon am ersten Wochenende wird es heiß hergehen, wenn auf der Normalschanze die Entscheidungen der Damen (Freitag) und Herren (Samstag) im Skispringen und in der Kombination (Freitag) anstehen, am Sonntag wird Edelmetall in den Teambewerben in der Kombination und im Mixed-Springen vergeben.

Rund 200.000 Zuschauer sollen für ein Skifest ähnlich jenem in Oslo 2011 sorgen. Die Titelkämpfe am Holmenkollen vor vier Jahren stehen in der ÖSV-Erfolgsbilanz ganz oben. Siebenmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze sind wohl nie mehr überbietbar. Das 24-köpfige ÖSV-Aufgebot in Falun darf man eher an der Bilanz vom Val di Fiemme 2013 messen, die auf einmal Gold (im Springer-Teambewerb), fünfmal Silber und einmal Bronze gelautet hatte.

Keine guten ÖSV-Erinnerungen an Falun
Nach österreichischen "Nullnummern" 1954 und 1974 in Falun hatte es 1993 einmal Silber und zweimal Bronze gegeben. Drei der daran Beteiligten sind auch diesmal in Mittelschweden dabei. Der dreifache Medaillengewinner Andreas Goldberger als ORF-Co-Kommentator, Heinz Kuttin als Cheftrainer und Ernst Vettori (beide mit Team-Bronze) als Sportlicher Leiter der Springer und Kombinierer.

Vettori würde sich freuen, wenn es in jeder seiner drei Sparten - Springen der Damen und Herren sowie Nordische Kombination - eine Medaille gäbe. "Das ist nicht selbstverständlich, weil viele Nationen und Einzelsportler sehr gute Qualität haben", erklärte der Olympiasieger von 1992. "Für unsere Athleten würde ich mir wünschen, dass auch Gold dabei ist."