Falun. (rel/apa) Die Hoffnung
von Skiverbandspräsident Peter Schröcksnadel, die "positive Stimmung" von der alpinen Ski-WM in Vail zu den nordischen Bewerben ins schwedische Falun mitzunehmen, hat sich bisher nicht erfüllt. Jedenfalls lassen die Ergebnisse, die die Kombinierer und Springer in den vergangenen Tagen geliefert haben, noch zu wünschen übrig. Mehr als zwei Bronzemedaillen und Blech im Mixed-Teambewerb war für die ÖSV-Truppe, die mit den (Kombinations-)Springen auf der Großschanze am Donnerstag sowie bei den Teambewerben am Samstag ihre letzte Chance erhält, nicht drinnen.

Dementsprechend groß ist daher die Enttäuschung bei den Protagonisten. "Das haben wir uns alle anders vorgestellt", sagte Stefan Kraft über seine magere Leistung im Mixed-Teambewerb am Sonntag. "Das war ein bisserl ein Schock, aber daraus lernt man mehr als aus einem guten Ergebnis." Auf einen Dämpfer folge oft ein gutes Resultat, das sei in dieser Saison auch im Weltcup schon so gewesen, sagte der 21-Jährige. "Ich hoffe, dass uns das wachgerüttelt hat." Als wacher erwiesen sich jedenfalls die Deutschen, die sich am Wochenende im Mixed-Bewerb bravourös gegen die Norweger durchsetzten. Da gab es keinen einzigen miesen Sprung, und auch beim Bronze-Team Japan fiel niemand stärker ab. Dabei wuchsen die Deutsche Katharina Althaus beziehungsweise die Norwegerinnen Maren Lundby und Line Jahr über sich hinaus. Am Ende rettete Severin Freund nach dem um 0,4 Punkte verpassten Einzeltitel die Goldmedaille um 2,3 Punkte vor den von Rune Velta angeführten Skandinaviern. Carina Vogt avancierte sogar zur ersten Zweifach-Weltmeisterin.

Für die Österreicher hingegen war der Bewerb schon früh gelaufen. Während die Damen bereits am Dienstag die Heimreise antreten, haben Stefan Kraft und Co. noch zwei Bewerbe vom großen Bakken vor sich. Kraft war dank seiner Bronzemedaille vom Samstag voller Selbstvertrauen, jedoch wartet auf die übrigen Springer aus dem Sextett noch viel Arbeit. "Wir müssen die Jungs auf Vordermann bringen, damit sie wieder die nötige Lockerheit bekommen. Denn in Villach waren sie auf Augenhöhe mit Kraft", erklärte Coach Heinz Kuttin. In die Medaillenentscheidung einzugreifen, werde aber nicht einfach. "Denn die Konkurrenz kommt mit viel Selbstvertrauen", betonte er. An ihm, Kuttin, liegt es nun auch, bis zur Entscheidung im Einzel ein schlagkräftiges Quartett rund um den Tourneesieger zu formen. Neben Gregor Schlierenzauer, Thomas Diethart, Andreas Kofler und Michael Hayböck stand auch Manuel Poppinger zur Wahl.

Letzte Chance für Kombinierer

Rechtzeitig ihre Form finden müssen auch die rot-weiß-roten Kombinierer. Zwei Chancen - Kombination und Teambewerb auf der Großschanze - haben die bisher leer ausgegangenen ÖSV-Athleten in Falun noch. Das erste Training bei leichtem Schneefall am Montag ließ die Mannschaft aber aus. Die Zeit wurde zum Durchschnaufen und zur Analyse des Teambewerbes auf der Normalschanze (Platz fünf) genutzt.

Im Team selbst überwiegt noch der Optimismus. "Auf der großen Schanze fangen alle bei null an, vielleicht sind das Glück und das Können doch noch auf unserer Seite bei der WM", meinte Lukas Klapfer. Im Einzel war der Steirer noch der zweitschnellste Läufer im Feld gewesen, allerdings hatten am Sonntag er und seine Kollegen den im Springen eingehandelten Rückstand zu den Medaillenrängen nicht mehr schließen können. Nun soll die Großschanze es richten. Schröcksnadel würde das freilich freuen.