Falun. Nach der Bronzemedaille auf der kleinen ist Skispringer Stefan Kraft auch auf der großen WM-Schanze das heißeste österreichische Eisen. Dem Bewerb am Donnerstag (17 Uhr) blickt der Salzburger Tourneesieger nach einem eingelegten Ruhetag auch relativ beruhigt entgegen. "Es ist natürlich fein, wenn man schon eine Medaille hat. Ich will natürlich auch auf der Großschanze ganz vorne dabei sein", sagte der 21-Jährige. Und als gelernter Flieger rechne er sich vom großen Bakken eigentlich bessere Chancen als auf der Normalschanze aus. "Ich denke, dass ich um die Medaillen mitkämpfen kann, das ist das große Ziel. Und das ist sicher drinnen."

Zumal ihn mit der Lugnet-Schanze von Falun gute Erinnerungen verbinden: Beim Weltcupspringen im Vorjahr kam er mit ihr recht gut zurecht, wurde nicht nur Fünfter, sondern sogar "Man of the Day" - zugleich war dies der Anfang seiner bis heute währenden erfolgreichen Karriere. "Ich hoffe, dass ich wieder weit hinuntersegeln kann. Der fünfte Platz im Vorjahr war ein Startschuss für ein gutes Ende. Ich traue es mir auf jeder Schanze zu, aber die Große kommt mir mehr entgegen." Allerdings hätten auch die Konkurrenten ihre Erfolgserlebnisse mit der Schanze.

Als schärfste Rivalen schätzt Kraft den Weltcupspitzenreiter Peter Prevc, den Normalschanzenzweiten Severin Freud und Titelverteidiger Kamil Stoch ein. Aber auch seine Teamkollegen dürfe man nicht vergessen. "Ich lasse mich auch gerne von Poppi positiv überraschen", meinte Kraft über den erst am Sonntag angereisten Manuel Poppinger, der am Montag im Training aufgezeigt hatte. In Abwesenheit etlicher Stars erzielte der 25-jährige Tiroler mit 130 und 133 Metern in zwei der drei Durchgänge die Bestweite.

Obwohl seine Teamkollegen bisher enttäuscht haben, ist Kraft für die zwei restlichen Bewerbe am Donnerstag und Samstag (Team) auch hier zuversichtlich. "Wir werden sicher ein Schäuferl zulegen und alle gemeinsam hart kämpfen, dass wir vorne mitmischen", betonte Kraft.

Fix nicht dabei sein wird Andreas Kofler, der am Dienstag mangels Chancen auf einen Startplatz bereits aus Falun abgereist ist. Wer genau am Donnerstag antreten wird, wollte Cheftrainer Heinz Kuttin nach dem zweiten Training am Dienstagabend (nach Redaktionsschluss) festlegen.

Poppinger matcht sich vor allem mit Thomas Diethart, der bisher aber nicht überzeugen konnte, um das Ticket. Michael Hayböck und Gregor Schlierenzauer dürften ziemlich sicher zum Zug kommen - Letzterer hält Edelmetall trotz der jüngsten Rückschläge für möglich. "Meine Zielsetzung ist nach wie vor, dass ich eine Medaille will", bekräftigte der ehemalige Seriensieger. Dass sein erstes Training nicht "rosig" gewesen sei, beunruhigt ihn nicht. "Mir ist es so viel lieber, als es ist wieder so wie auf der Kleinschanze, wo es gut ausgeschaut hat und dann der Schuss nach hinten losgegangen ist."