Sölden. Marcel Hirscher als Dritter - 17 Hundertstelsekunden hinter Ted Ligety - und Eva-Maria Brem als Achte sind zum Weltcup-Auftakt in Sölden im Riesentorlauf die besten österreichischen Placierungen herausgefahren, erleichtert war man im heimischen Skiverband aber auch über die Darbietungen der zweiten Garde bei den Herren. Denn während bei den Damen die Lücke nach den zahlreichen Abgängen wie erwartet groß ist - neben Brem schafften es nur Michaela Kirchgasser als 19. und Ramona Siebenhofer als 23. in die Punkteränge -, haben bei den Herren auch andere aufgezeigt, allen voran Roland Leitinger, der sich mit der Laufbestzeit im zweiten Durchgang noch auf den sechsten Platz katapultierte und damit nach Hirscher zweitbester Österreicher vor den Routiniers Philipp Schörghofer (14.) und Hannes Reichelt (16.) war.

Leitinger zählt zwar mit 24 Jahren nicht mehr zu den ganz Jungen, hat aber zwei komplette Saisonen wegen eines Kreuzbandrisses und eines Knöchelbruchs versäumt. Im vergangenen Jahr startete er im Europacup als Gesamtsieger durch und sicherte sich so sein Weltcupticket. Im Training konnte er auch Hirscher schon ärgern, weswegen sich der WeltcupGesamtsieger auch besonders für seinen Teamkollegen freut: "Das Ergebnis von Roli ist saulässig, Gratulation", meinte Hirscher. Und: "Mir taugt es, denn es ist auch für die Jungen nicht leicht. Wenn man immer hört, ,da kommt nichts nach‘, ist das nicht unbedingt motivierend." Worte, die Leitinger nach den schwierigeren Zeiten seiner Karriere mit Genugtuung hört. "Wenn der Marcel einmal sagt: ,Poah, gut gefahren‘, dann gibt das schon Auftrieb." Mit seiner eigenen Leistung war der Weltcup-Titelverteidiger ebenfalls zufrieden, auch wenn es nicht wie im Vorjahr zum Sieg gereicht hat. "Es war richtig cool, ich habe es ganz gut erwischt", meinte Hirscher. "Es ist eine große Erleichterung, dass man unter den Top Drei dabei ist. Der erste Druck fällt weg."